Neuerlich Wirbel in Windischgarsten! Nach dem Sexskandal 1999, bei dem SP-Bürgermeister Franz Hufnagl wegen Vergewaltigung verurteilt wurde, und dem Eklat um den konservativen Pfarrer Gerhard Maria Wagner ist nun Ortschef Norbert Vögerl (ÖVP) im Visier der Justiz.
Der Heute vorliegende Bericht des Landesrechnungshofs erhebt schwere Vorwürfe gegen Vögerl: Die Marktgemeinde ist mit 9,6 Millionen Euro verschuldet! Investitionen seien ohne gesicherte Finanzierung begonnen worden. Weiters hätte sich Vögerl mehrmals Bargeldbeträge in der Höhe zwischen 100 und 500 Euro aus der Gemeindekasse geben lassen - ohne Belege für die Ausgaben vorzulegen. Auch Dienstessen auf Gemeindekosten seien nicht immer plausibel.
Darüber hinaus soll der Bürgermeister in seiner Funktion als Immobilienmakler Bauparzellen in Hanglage verkauft haben, der Hang musste später mit viel Steuergeld gestützt werden. Während Vögerl die Anschuldigungen in einer Stellungnahme zu erklären versucht, ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Steyr unter anderem wegen Amtsmissbrauchs weiter.
Die Rechnung für die Misswirtschaft in Windischgarsten sollen die Bürger begleichen: Die Prüfer empfehlen, zur Sanierung der Finanzen unter anderem das Freibad zu schließen.
Jürgen Tröbinger