WWF legt Beschwerde gegen Tiroler Kraftwerk ein

Landeshauptmann Platter mit dem Bürgermeistern von St. Jakob und Hopfgarten, Vitus Monitzer und Franz Hopfgartner beim Lokalaugenschein der Lawinengalerien im Frühjahr 2020.
Landeshauptmann Platter mit dem Bürgermeistern von St. Jakob und Hopfgarten, Vitus Monitzer und Franz Hopfgartner beim Lokalaugenschein der Lawinengalerien im Frühjahr 2020.Land Tirol
Gemeinden sind für das Kraftwerk

Erst kürzlich hat das Kraftwerk die wasserrechtliche Bewilligung vom Land Tirol erhalten, die Umweltschutzorganisation sieht aber schwere Verfahrensfehler. Die Planungsunterlagen seien veraltet und mangelhaft, so Marianne Götsch, Gewässerschutzexpertin beim WWF Österreich. Im Moment werden dort, wo die Druckrohrleitungen des Kraftwerksgelegt werden sollen, schon Lawinenschutzgalerien (siehe Foto oben) gebaut. "Das ist so, als würde man einen Parkplatz an einer Stelle genehmigen, auf der gerade ein Haus errichtet wird."

Der aktuelle Plan ist dem WWF nach nicht durchführbar; er würde den ökologischen Zustand zu sehr verschlechtern. Große Veränderungen müssten vorgenommen worden. 

Der Bürgermeister von Hopfgarten im Defereggental, Franz Hopfgartner, widerspricht der Organisation und hält am Gemeinderaftwerk fest: "Aus Sicht der Kraftwerksbetreiber ist es so, dass das Projekt wasserrechtlich genehmigt wurde." Die Kraftwerksleitung habe mit dem Bau der Lawinengalerien nichts zu tun, so Hopfgartner. Der Bürgermeister, der für die drei betroffenen Gemeinden St. Jakob, St. Veit und Hopfgarten spricht, sagt, am Bau der Druckrohrleitungen könne das Gemeindekraftwerk nicht scheitern.

Lawinen- und Murenschutz hat Vorrang

Da der WWF Beschwerde eingelegt hat, muss das Landesgericht nun entscheiden. Vom Land heißt es, es handle sich um ein laufendes Verfahren, das noch nicht rechtskräftig sei. Auf mehrere Murenabgänge auf die Defreggen Landesstraße wird aber hingewiesen. "Die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Landesstraße werden aller Voraussicht nach eine Trassenänderung der Druckrohrleitung des Kraftwerks zur Folge haben", so in einer schriftlichen Stellungnahme.

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