Wien

Gemeinderat: "Zustände in Spitälern besorgniserregend!"

FPÖ und ÖVP kritisierten im Gemeinderat die Zustände in den Wiener Spitälern. Auch die "Boosta"-Kampagne erhitzte die Gemüter. 

Heute Redaktion
AKH in Wien ist Österreichs größtes Krankenhaus. 
AKH in Wien ist Österreichs größtes Krankenhaus. 
Weingartner-Foto / picturedesk.com (Symbolbild)

"Die Zustände in den Wiener Spitälern sind besorgniserregend", meint die Gesundheitssprecherin der ÖVP, Ingrid Korosec, in der Aktuellen Stunde am Mittwoch. Als drastisches Beispiel führte sie an, dass die durchschnittliche Wartezeit für eine Hüftoperation in den Wiener Gemeindespitälern angeblich 225 Tage betrage. "Stellen Sie sich der Verantwortung und beheben sie diese schweren Systemmängel. Die Mitarbeiter und die Patienten verdienen sich die besten Rahmenbedingungen", meinte sie in Richtung von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SP). 

"Boosta" als Dorn im Auge

Die Wartezeiten in den Ambulanzen betrügen oft Stunden, Behandlungen müssten sogar bei Kindern auf die lange Bank geschoben werden, es gebe Gangbetten, kritisierte auch FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss. Die Politik des Stadtrates sei "lebensgefährdend". "Anstatt Verbesserungen durchzuführen" gebe es eine "zigtausende Euro teuren 'Boosta-Kampagne', bei der ein Spritzenmonster die Wiener aggressiv in die Nadel treibe", meint Krauss. 

Stefan Gara (NEOS) hingegen sagte, dass selbstverständlich jeder Wiener in den Wiener Spitälern bestens versorgt werde – trotz Pandemie, RS-Viren und einer starken Influenza-Welle. Kurt Wagner (SP) sah das später ähnlich. Er beteuerte, dass jeder Wiener bestens versorgt würde. Gegenwind kam noch von Barbara Huemer (GRÜNE) – sie meinte, der Notbetrieb sei zum Normalbetrieb geworden.

Alles dauert viel zu lang

Gemeinderätin Claudia Laschan (SP) reagierte auf die FPÖ-Kritik: Die versprochene Patientenmilliarde, die die zusammengelegte Gesundheitskasse hätte bringen sollen, gebe es nicht. Die neue Lösung sei mit einem Mehraufwand von 214 Millionen Euro teurer als der Vorgänger. Die Österreichische Gesundheitskasse sei für den niedergelassenen Bereich zuständig. Dieser werde immer schwächer – und Gegenmaßnahmen seien nicht in Sicht. Immer mehr Menschen würden ärztliche Behandlungen selber zahlen oder eben in die Krankenhäuser gehen. 

Gemeinderat Jörg Konrad (NEOS) sagte, 9.000 Fachkräfte seien bis 2030 notwendig. Wien habe die Anzahl der Studienplätze auf 2.500 erhöht, 4.500 seien das Ziel. Und: Im Gesundheitsbereich werden immer noch Helfer aus dem Ausland benötigt. 

Neue Gemeinderätin angelobt

In der Sitzung am Mittwoch wurde auch noch Susanne Haase als neue SP-Gemeinderätin angelobt. Damit folgt sie Christian Oxonitsch nach, der in den Nationalrat wechselte.

In ihrem Heimatbezirk Ottakring blickt Haase (47) bereits auf eine lange politische Laufbahn zurück. Über 12 Jahre lang war sie SPÖ-Bezirksklubvorsitzende, von 2005 bis zu ihrem Wechsel in den Gemeinderat war sie als Bezirksrätin tätig. Als solche hat sie maßgeblich an Projekten wie der Neugestaltung der Ottakringer Straße und der Neulerchenfelder Straße sowie der Umgestaltung der Thaliastraße mitgewirkt. Auch als Gemeinderätin will sie eine starke Stimme für ihren Bezirk sein.

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