Österreich

Gemischte Gefühle am Tag nach Kührer-Urteil

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:52

Seit Julia Kührer am 27. Juni 2006 spurlos vom Rathausplatz verschwand, ist der kleine Ort Pulkau (NÖ) in den Schlagzeilen. Wie kommentiert die Bevölkerung das umstrittene Urteil? "Heute" holte am Mittwoch ein Stimmungsbild ein.

Seit Julia Kührer am 27. Juni 2006 spurlos vom Rathausplatz verschwand, ist der kleine Ort Pulkau (NÖ) in den Schlagzeilen. Wie kommentiert die Bevölkerung das umstrittene Urteil? "Heute" holte am Mittwoch ein Stimmungsbild ein.

Michael Kollitsch (51) ist fassungslos über seine Verurteilung im Mordfall Kührer und will jetzt eine Detektei einschalten. Für Julias Eltern indes hat mit dem Schuldspruch "die Gerechtigkeit gesiegt".

"Der Schuldspruch ist okay", nickt der Gemeindebedienstete Eduard Zeitelberger zufrieden: "Jetzt muss er nur noch rechtskräftig werden." Drei Schritte weiter schüttelt Hausfrau Katharina Herzig den Kopf: "Den Kollitsch mag hier niemand, weil er damals in seiner Videothek an die Jungen Pornos verteilt hat. Aber nur aufgrund von Indizien kann man ihn doch nicht als Mörder verurteilen und lebenslang einsperren."

Das findet Heurigenwirt Robert Schiel zwar prinzipiell auch, schränkt aber ein: "Kollitsch war ein schmieriger Typ. Vielleicht verrät er jetzt unter Druck, was damals passiert ist." Gemischte Gefühle auch bei den Friseurinnen Susanne Krottendorfer und Sonja Geyer: "Das Urteil hat uns überrascht. Für Julias Familie haben wir es uns gewünscht." Bürgermeister Manfred Marihart empfindet ähnlich: "7:1 hätte ich nicht erwartet. Aber Julias Eltern sind sieben Jahre durch die Hölle gegangen – und Pulkau durchs Fegefeuer. Jetzt können die Wunden heilen.".

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