Hannes Koza ist laut dem eigenen Webauftritt das "Gesicht der Gemeinde" Vösendorf. Als gewählter Volksvertreter repräsentiert er die Bürgerinnen und Bürger im eigenen Ort nach außen. In dieser Funktion wurde er aber unverhofft zum Opfer eines Gender-Wildwuchses.
Als die Technische Universität Wien wegen eines Vorwortes zu ihrem Projekt "Energieraumplanung Vösendorf" auf ihn zukam, wollte sich der ÖVP-Bürgermeister nicht lumpen lassen und lieferte knappe zehn Zeilen Text. Die wurden kurzerhand auch abgedruckt, doch als das fertige Produkt dann auf seinem Tisch lag, machte ihn sein eigener Auftritt darin fassungslos.
Koza war darin zum "Bürger:innenmeister" gegendert worden. Via Twitter echauffierte er sich über die Absurdität: "Wennst mit Studenten ein Projekt machst, und ihnen freie Hand lässt…." Dazu ein Grimasse schneidendes Smiley.
Was seine Parteichefin Johanne Mikl-Leitner wohl dazu sagt? Seit 1. August gelten dank Schwarz-Blau in Niederösterreich nämlich neue Gender-Regeln. In offiziellen Dokumenten der Landesbehörden ist das Gendern in vielen Varianten nun zu unterlassen.
Per Kanzlei-Ordnung wurde festgestellt, dass Frauen und Männer sprachlich gleichgestellt sind, aber auf "Gender-Stern", "Gender-Gap", "Gender-Doppelpunkt" und "Binnen-I" verzichtet wird. Das diene unter anderem der besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit amtlicher Texte. Was bleibt ist die Doppelnennung.
"Bei uns heißt es heute und auch in Zukunft: Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Damen und Herren", so Landeshauptfrau Mikl-Leitner bei der Verkündung. Einen "Bürgerinnenmeister und Bürgermeister" wird es dennoch auch künftig nicht geben.