Gemeinderat

Gender-Debatte sorgt in Tulln für Wirbel

In Tulln stimmte die ÖVP gegen einen Gender-Erlass – sehr zum Ärger der Freiheitlichen.

Niederösterreich Heute
Gender-Debatte sorgt in Tulln für Wirbel
Landtagsabgeordneter und Gemeinderat Andreas Bors (FP).
FPÖ

Nachdem die FPÖ schon seit vielen Jahren ein Gender-Verbot fordert, habe nun auch der Bundeskanzler auf FP-Linie geschwenkt. In der niederösterreichischen Landesverwaltung gilt dank der freiheitlichen Regierungsbeteiligung seit August bereits ein Gender-Erlass. Bei der Erstellung von Schriftstücken und Erledigungen ist den Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung Folge zu leisten.

"Gender-Wahn Riegel vorgeschoben"

"In der niederösterreichischen Landesverwaltung haben wir dem Gender-Wahn bereits einen Riegel vorgeschoben und damit einen Befreiungsschlag hin zur gewohnten Normalität gesetzt", so Landtagsabgeordneter und Gemeinderat Andreas Bors (FP). Festgelegt wurde unter anderem, dass auf Gender-Stern, -Gap, -Doppelpunkt und Binnen-I verzichtet werde. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) sieht einen pragmatischen Zugang für "normal denkende Menschen, "wir gendern mit Vernunft", hatte sie zuletzt im "Heute"-Interview betont.

"Dass es die ÖVP aber nicht ganz ehrlich meint, sieht man am Abstimmungsverhalten einiger ÖVP-geführter Gemeinden. In Tulln etwa stimmten Bürgermeister Eisenschenk und seine ÖVP gegen einen Gender-Erlass und unterstützten damit weiterhin das Gendern. Bürgermeister Eisenschenk zählt offensichtlich nicht zu den normaldenkenden Menschen", so Bors.

"Konsequent durchziehen"

"Wenn Bundeskanzler Nehammer schon derart ideenlos ist, dass er sich am niederösterreichischen Gender-Erlass orientiert, dann soll er dieses Vorhaben aber auch konsequent durchziehen. Bislang haben sich ja einige ÖVP-Ortskaiser energisch dagegen gewehrt", so Bors.

"Es gibt keine Beschwerden"

Zu den Angriffen meint Peter Höckner, Fraktionsobmann der Tullner VP: "Wenn der freiheitliche Landesparteisekretär keine anderen Sorgen hat, kann man ihm nur gratulieren. Wir in Tulln finden diese Gender-Debatte für nervig und beteiligen uns auch nicht daran. Außerdem adressieren die Schreiben der Stadtgemeinde Tulln ohnedies die Geschlechter korrekt und es gibt keine Beschwerden."

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    Melanie Seidl
    red
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