Stell dir vor, dein eigenes Herz könnte eines Tages elektronische Implantate mit Strom versorgen. Was nach Science-Fiction klingt, rückt nun in greifbare Nähe: Forscher der University of Massachusetts Amherst haben einen winzigen Generator entwickelt, der von lebenden Herzzellen angetrieben wird.
Das System besteht aus einem hauchdünnen Polymernetz, in das piezoelektrische Streifen eingebettet sind. Die Herzzellen wachsen direkt in diesen Verbund hinein. Wenn sich die Zellen zusammenziehen und wieder entspannen, verformt sich das flexible Netz - und erzeugt dabei elektrische Energie.
Die Kontraktionen der Herzzellen setzen chemische Energie in mechanische Bewegung um, die dann in Strom umgewandelt wird, heißt es auf forschung-und-wissen.de. Die Studie wurde am 7. Oktober 2026 im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht.
Die Technik namens "Energy Harvesting" - also Energieernte aus dem Körper - könnte die Medizin verändern. Herzschrittmacher oder Hirnschrittmacher bräuchten möglicherweise keine Batteriewechsel mehr. Das würde den Patienten belastende Operationen ersparen.
Bis zum Einsatz im menschlichen Körper ist es allerdings noch ein weiter Weg. Die Forscher betonen, dass grundlegende Fragen zur chemischen Beständigkeit und zur Reaktion des Gewebes erst beantwortet werden müssen. Trotzdem zeigt der erfolgreiche Laborversuch, dass eine solche Kopplung zwischen lebenden Zellen und Elektronik grundsätzlich möglich ist.