Gepfuscht: Mord-Prozess droht zu platzen

Bild: Daniel Schaler

Auf Urlaub in Paraguay kam Wendy Freiherr (47) mysteriös ums Leben. Die Staatsanwaltschaft hält den Ehemann und seine Freundin für geldgierige Giftmörder - blamierte sich aber beim Prozess.

 Auf Urlaub in Paraguay kam Wendy Freiherr (47) mysteriös ums Leben.  Die Staatsanwaltschaft hält den Ehemann und seine Freundin für geldgierige Giftmörder - blamierte sich aber beim Prozess.

Aus besseren Zutaten kann ein Verdacht kaum bestehen: Unternehmer Gerhard H. (55) begann eine Affäre mit Putzfrau Wendy Freiherr (47). Ihr Down-Syndrom störte ihn nicht. "Unser Sex war toll", sagt er. 2009 heiratete das ungleiche Paar sogar (ohne Gast und Feier). Der Ehemann nannte sich fortan Gerhard "Freiherr" - H. und wurde von der gehandicapten Gemahlin bald auch mit zwei Lebensversicherungen (80.000 Euro) versorgt, obwohl sie nicht einmal bei ihm wohnen durfte.

Denn im Haus logierte schon seine Freundin Michaela S. (48). Und die war auch mit, als das Ehepaar im September 2011 nach Paraguay reiste. Dort starb Wendy plötzlich - laut Anklage vom Gemahl und seiner Begleiterin mit dem Schmerzmittel Hydal vergiftet, um die Polizzen zu kassieren. Beim Prozessauftakt in Wr. Neustadt aber zeigte sich: Verdacht ohne Beweise macht eine Anklage verdächtig.

Denn die Verteidiger (Michael Dohr, Christian Leiningen) stellten klar: Der Gemahl brauchte kein Geld (sechs Wohnungen, Grundstücke), ist schwer krebskrank und Wendy könnte wegen Zahnweh sein starkes Schmerzmittel geschluckt haben. Schlimme Panne: Die Staatsanwältin verschwieg dem Gerichtsmediziner, der aus Gewebeproben die Todesursache klären sollte, das Down-Syndrom der Verstorbenen. Folge: neues Gutachten, Urteil auf Juli verschoben.

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