Gesundheit

OP-Termin? Schutz vor Wundinfektionen bietet Home-Kit

Hygienemaßnahmen - ein sperriges Wort. Wer eine geplante OP im Kalender hat, kann sich vor Wundinfektionen schützen. Diese gibt es öfter als gedacht.
Maria Ratzinger
18.07.2022, 10:13
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Aufgrund von Personalmangel in den Spitälern (durch die COVID-Pandemie) haben sich zahlreiche Operationen in die Sommermonate verschoben. Das beschleunigt die Infektionen durch Krankenhauskeimen an der OP-Wunde. "Pro Grad Celsius Außentemperatur steigt das Risiko der postoperativen Wundinfektion um 1 Prozent", weiß Genetiker Dr. Christoph Klaus zu berichten.

In Österreich sterben jährlich 5.000 an Folgen

Dabei sind Wundinfektionen nach Operationen am häufigsten. Und das betrifft auch Antibiotika-resistene Keime, die zunehmend die Therapiemöglichkeiten einschränken. Besonders die warme Jahreszeit hat es in sich. Studien - u.a. aus der Orthopädie und Plastischen Chirurgie - zeigen, dass auch in Österreich im Zeitraum Juli, August signifikant mehr postoperative Wundinfektionen auftreten.

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In Österreich sterben im Durchschnitt 5.000 Personen pro Jahr an Krankenhausinfektionen. Und das ist kein nationales Problem. Denn die EU zählt antimikrobielle Resistenzen schon zu den drei größten Gesundheitsbedrohungen! Doch kann man dagegen selbst die Initiative ergreifen?

Ab dem 5. Tag vor OP: Home-Kit gegen Krankenhauskeime

"Präventive Maßnahmen vor einer OP können nachweislich das eigene Infektionsrisiko verringern. Das wären bis zu 50 Prozent durch optimale Hygienemaßnahmen", erklärt die ÖGKH (Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene).

Doch wie ist dies möglich? Insbesondere: Wie würden solche Hygienemaßnahmen aussehen?

Das eigens von Schülke & Mayr (Desinfektionsmittelhersteller) entwickeltes "octenisan® Set" beinhaltet ein Nasengel sowie eine flüssige Waschlotion. Diese sollte man bis zu fünf Tage vor der OP täglich anwenden, das Nasengel drei mal täglich. Dieses Set ist über Apotheken oder online rezeptfrei erhältlich. (Preis: 19,90 Euro)

Wundinfektionen nach Operationen betreffen viele. Dagegen wurde erstmals ein eigenes Set entwickelt.
Schülke

Warum sich selbst gegen Krankenhauskeime desinfizieren?

"Studien haben gezeigt, dass bei den postoperativen Wundinfektionen die Erreger meistens von der Hautflora selbst stammen. Diese nimmt prinzipiell eine Schutzfunktionen wahr. Bei einer Operation können Bakterien der Hautflora aber in das Wundgebiet eindringen und möglicherweise Infektionen sowie verbunden Folgeoperationen, Schmerzen, Behinderungen oder Arbeitsunfähigkeit auslösen - schlimmstenfalls bis hin zum Tod führen“, erklärt Prof. Albert Tuchmann, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie.

Dr. Christoph Klaus fügt zwar hinzu, dass "Hygienestandards in den österreichischen Krankenhäusern prinzipiell als hoch einzustufen sind, die patienteneigene Hautflora als häufige Ursache für postoperative Infektionen allerdings erkannt wurde." Hier setzt man nun zusätzlich direkt an den Patienten an.

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