Österreich

Geräte um 600.000 € aus Krankenhaus gestohlen

Heute Redaktion
13.09.2021, 19:47

Laut einer Aussendung des Ordensspitals Krankenhaus der Barmherzigen Brüder (Leopoldstadt) wurden 13 Endoskopie-Geräte im Wert von 600.000 Euro gestohlen. Die Polizei ermittelt.

Wie es in einer APA-Mitteilung heißt, wurden der Polizei die Aufzeichnungen der Überwachungskameras bereits zur Verfügung gestellt. Das Krankenhaus bekam vom Hersteller, gleich nach der Entdeckung des Diebstahls, die Ersatzgeräte geliefert – folglich entstanden dadurch keine nennenswerten Terminverzögerungen für die Patienten.

Einzelfälle

Während der Diebstahl von medizinischen Geräten in Deutschland Gegenstand organisierter Kriminalität zu sein scheint, handelt sich bei diesen Delikten in Österreich nach wie vor um Einzelfälle. Auch bei der Polizei erkennt man gegenwärtig keine auffällige Zunahme von Diebstählen dieser Art.

Zuletzt wurde im Juni teures Zubehör im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf entwendet. Geschätzter Wert: 85.000 Euro. Davor gab es 2015 einen Einbruch im Klinikum Wels-Grieskirchen. Schadenssumme ist unbekannt, es soll sich jedoch um mehrere hunderttausend Euro handeln.

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Markt für gestohlene Endoskope ist im Ausland

Berichte aus Deutschland lassen vermuten, dass die Geräte nicht in jenem Land bleiben, wo sie gestohlen wurden. Überhaupt gäbe es aufgrund strikter Kontrollen der Geräte-Seriennummern keinen Markt in Westeuropa, sagt Guido Rehr, Pressesprecher der Polizei im Lahn-Dill-Kreis (Deutschland). Ähnlich argumentierte Christa Praher-Ennöckl, Pressesprecherin des Ordensspitals, im Gespräch mit der APA: "Es ist davon auszugehen, dass die Geräte nicht in Österreich eingesetzt werden".

Da die Endoskope in Mittel- und Westeuropa keinen Markt finden, vermutet Polizeisprecher Guido Rehr die Abnehmer in Osteuropa wie auch in Mittel- und Südamerika.

Wieso gerade endoskopische Geräte?

Endoskope sind klein und teuer, sehr teuer. Sie braucht man um Magen- und Darmspiegelungen durchzuführen. Sie sind mit einer Miniaturkamera plus Beleuchtung ausgestattet, damit können Körperhöhlen und Hohlorgane des Patienten akribisch untersucht werden.

Glaubt man einem "Welt"-Artikel, dann sind Endoskopie-Geräte ein lukratives Geschäft für die Diebe. Die "Bestellungen" gehen massenhaft ein und dementsprechend hoch sei die Zahl der Krankenhaus-Einbrüche. Richtig begehrenswert macht die Geräte jedoch ihre Handlichkeit: Sie passen locker in eine Sporttasche oder in einen Rucksack. Die teuersten unter ihnen können bis zu 160.000 Euro kosten.

(bai)