Keine Schmutz-Zulage – Heimhilfe klagt Stadt

Die Klägerin Anna M. (l.) mit Anwältin Diana Holzinger.
Die Klägerin Anna M. (l.) mit Anwältin Diana Holzinger.Bild: EGWO
Anna M. (50) betreute im Haus Rossau des Kuratoriums Wiener Pensionistenhäuser (KPW) demente Pensionisten. Ein harter Job, trotzdem gab es zu wenig Geld.
"Viele Demenzkranke wissen nicht, wann sie aufs Klo müssen", erklärt Anna M. (Name geändert). Die 50-jährige Heimhilfe hatte rund zwei Jahre lang täglich mit Kot, Urin und manchmal auch mit Blut zu kämpfen.

"Viele Pensionisten haben zudem psychiatrische Krankheiten wie Zwänge, Neurosen oder Schizophrenie. Es kommt daher auch immer wieder zu Verbal-Attacken oder tätlichen Angriffen", sagt die Wienerin. Trotzdem erhielt die Teilzeitarbeiterin niemals die sogenannte SEG-Zulage (Schmutz-Erschwernis-Gefahren).



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Mit Hilfe der Arbeiterkammer und Rechtsanwältin Diana Holzinger hat Anna M. nun das KPW (ein Fonds der Stadt Wien) verklagt: "Der Streitwert in Höhe von 737,54 Euro ist zwar gering, es handelt sich aber um ein Musterverfahren", meint Holzinger. Wenn das Arbeitsgericht der Klage stattgibt, hätte das Auswirkungen auf sämtliche Heimhilfen.

Eine außergerichtliche Einigung lehnte die Klägerin ab: "Es

geht mir nicht um Geld, sondern um Gerechtigkeit und darum, die Arbeitsbedingungen von Heimhilfen nach außen zu tragen." Laut der 50-Jährigen kommt es immer wieder vor, dass eine Heimhilfe bis zu 16 Personen allein betreuen muss. Nun ist der Richter am Zug: Am 12.4. findet die nächste Tagsatzung statt, danach fällt die Entscheidung.

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