Gerichtsgutachter schleudert Bierdosen auf Autoscheiben

Großer Wurf für einen Gutachter: Er wies schuld des Angeklagten nach.
Großer Wurf für einen Gutachter: Er wies schuld des Angeklagten nach.iStock(Symbol)
Prost! Bei einem Radler-Prozess wegen Sachbeschädigung ließ ein Richter einen Gutachter Bierdosen werfen. Mit Erfolg, der Angeklagte wurde verurteilt.

Skurril anmutende Methoden landeten einen Volltreffer vor Gericht. Am 30. September 2020 krachten nahe Dornbirn (Vbg.) ein Radler (56) und eine Autolenkerin (47) beinahe gegeneinander. Der Radfahrer wurde darauf hin rabiat, so die Anklage, und pfefferte eine Getränkedose gegen die Windschutzscheibe, die zahlreiche Risse erlitt. 

In erster Instanz war laut "Neuer Vorarlberger Tageszeitung" ein Freispruch im Zweifel ergangen, da theoretisch möglich gewesen sein hätte können, dass die von der Polizei unmittelbar nach dem Vorfall festgestellte Beschädigung der Windschutzscheibe nicht durch den angeklagten Dosenwurf erfolgt war.

800 Euro Strafe, davon 600 bedingt

Doch in zweiter Instanz gelang dem Angeklagten kein großer Wurf mehr. Ein Sachverständiger überprüfte den geschilderten Wurfwinkel, Abstand und die mögliche Wurfkraft mit mehreren Bierdosen auf Schott-Autos genau aus – und zeigte. Die Schilderungen der Zeugin waren plausibel. Die Version, dass die Autoscheibe schon vor dem Vorfall beschädigt gewesen sei und die Autofahrerin den Angeklagten zu Unrecht belastet habe, sei lebensfremd – 800 Euro teilbedingte Geldstrafe für den Radler.

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