Bedenkliche Todesfälle, mikroskopische DNA-Spuren. In beliebten Fernsehserien löst die Polizei heikle Fälle mit Hilfe eines eigenen Teams von Gerichtsmedizinern. Niederösterreichs Fahnder müssen diese Dienste derzeit von externen Experten zukaufen. Nun könnte die Landeshauptstadt eine eigene Gerichtsmedizin bekommen.
Die Labors der Spurensicherung im Landeskriminalamt in St. Pölten und in der Außenstelle Mödling sind mit modernster Technik ausgestattet und spielen alle Stückerl. Geht es allerdings um die Obduktion von Leichen oder die Auswertung von DNA-Spuren, müssen die Ermittlungsbehörden im größten Bundesland derzeit auf Experten von außerhalb zurückgreifen. Während die Landesgerichte in Wiener Neustadt und Korneuburg Wiener Spezialisten zu Rate ziehen, reisen bei Fällen mit Gerichtsstandort St. Pölten Mediziner aus Linz an.
Auch die Auswertung von DNA-Spuren erfolgt weit weg von den Tatorten. Neben Privatsachverständigen arbeitet die Gerichtsmedizin in Innsbruck immer wieder an Fällen aus Niederösterreich.
Das Experten-Chaos und die langen Wege könnten schon bald ein Ende haben. Denn Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka zeigte sich nun zuversichtlich, dass schon bald eine Gerichtsmedizin in St. Pölten eingerichtet werden könnte: Diese Institution würde eine Lücke im ganzen ostösterreichichen Raum füllen. Die Polizei könnte so schneller und effizienter arbeiten, so Sobotka im ORF-Interview.
Schon Ende dieses Jahres könnte es grünes Licht für das Institut geben, derzeit wird mit dem Bund verhandelt.