Geschwistermord – "Kinder hatten viel Angst vor Vater"

In der Innenstadt von Hanau im deutschen Bundesland Hessen wurden zwei Kinder ermordet. 
In der Innenstadt von Hanau im deutschen Bundesland Hessen wurden zwei Kinder ermordet. Frank Rumpenhorst / dpa / picturedesk.com
Im hessischen Hanau sind zwei Kinder getötet worden, verdächtigt wird ihr Vater. Dieser soll die Tat vor Zeugen angekündigt haben.

Einen Tag nach der Tötung zweier Kinder im hessischen Hanau gab die zuständige Staatsanwaltschaft bekannt, dass das auf einem Hochhausbalkon entdeckte Mädchen durch "scharfe Gewalteinwirkung" am Hals starb. Der siebenjährigen M. soll die Kehle durchgeschnitten worden sein. Ihr elfjähriger Bruder J. war im Innenhof des Gebäudes gefunden worden, der Bub erlag im Spital seinen vielen inneren Verletzungen. Diese seien auf den Sturz aus großer Höhe zu schließen.

Ist J. vom Balkon im neunten Stock gesprungen oder warf der Täter ihn hinunter? Die Behörden ermitteln noch – nach Angaben der "Bild"-Zeitung soll jedoch der Vater der Kinder vor einigen Tagen angekündigt haben, dass er ihnen etwas antun würde. Bei einem überwachten Treffen soll der Mann letztes Wochenende gesagt haben, dass "etwas Schlimmes" passieren würde.

Gegenüber dem deutschen Medium hat sich nun auch ein Bekannter der Mutter der Kinder geäußert: "Wir haben öfter auf die Kinder aufgepasst, sind Eis essen gegangen. Sie waren wie meine eigenen Kinder. Das waren freundliche Kinder.“ Aber er berichtet auch aufgelöst: "Ich habe noch nie Kinder gesehen mit so viel Angst vor dem Vater. Als das gestern passiert ist, habe ich J. blutend im Hinterhof gesehen. Da kam schon der Krankenwagen. Ich habe sofort versucht, seine Mutter zu erreichen. Irgendwann ging sie ran, aber sie wusste schon Bescheid."

Vater kannte den Zeitplan der Familie

Die Eltern von M. und J. stammen aus Indien, seit einiger Zeit lebten sie getrennt. Die Mutter war mit den Kindern erst Ende 2021 nach Hanau gezogen und arbeitete in einem örtlichen Gemüseladen. Der Vater wusste, dass seine Ex die Wohnung um sechs Uhr verlässt, um arbeiten zu gehen, die Kinder um acht Uhr in der Schule sein mussten.

In dieser kurzen Zeitspanne soll es dem Vater gelungen sein, in die Wohnung im neunten Stock des Hochhauses einzudringen. Gegen 7.30 Uhr alarmierten Passanten die Polizei, dass J. schwer verletzt vor dem Hochhaus liege – der Bub lebte noch. Der Vater flüchtete nach der Tat. Wie "Bild" weiter schreibt, fahnden die Ermittler und Ermittlerinnen im europäischen Ausland nach ihm.

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Mutter ist in psychiatrischer Klinik

Dass es zwischen den Eltern Konflikt gab, war nicht neu. Der Vater durfte M. und J. nur in Begleitung eines Jugendamt-Mitarbeiters besuchen. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky sagte: "Ich kannte die Familie nicht persönlich, aber was wir wissen, ist, dass sie schon seit einigen Monaten sozialpädagogische Unterstützung bekommen hat."

Nach der Tötung ihrer Kinder hat deren Mutter einen Nervenzusammenbruch erlitten und sich selber in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen.

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