12.000 Besucher, 550.000 Blüten und 25 aufwendig geschmückte Festwagen: Der Blumencorso in Kirchberg in Tirol war ein echtes Highlight. Doch nach der Veranstaltung sorgt ausgerechnet ein Piratenschiff für heftige Diskussionen, das berichtet die Tiroler Tageszeitung (TT).
Der Grund: Auf dem Wagen war ein Mann mit schwarz gefärbtem Gesicht zu sehen. Eine Zuschauerin erhebt deshalb einen Rassismus-Vorwurf. "Ein eindeutiger Fall von Blackfacing und somit Rassismus", kritisiert sie laut TT.
In einer Mail an den Tourismusverband Kitzbüheler Alpen - Brixental und den Betreiber des Wagens, die Sauna Runde Kirchberg, macht die Frau ihrem Ärger Luft.
"Nachdem der Blumencorso vor allem Tourist*innen anzieht, verwundert es sehr, dass sich der Tourismusverband und das erwähnte Hotel so gegenüber internationalen Gästen präsentieren", wird sie von der TT zitiert.
Auch ein Instagram-Beitrag des Tourismusverbandes stößt der Zuschauerin sauer auf. Darin war der Wagen zu sehen und wurde mit "So viel Liebe zum Detail" beschrieben. "Was aus meiner Sicht nochmals besonders geschmacklos ist", erklärt die Frau.
Obmann des MSC Unterland ist Willi Steindl, der gleichzeitig Hotelier und Obmann des Tourismusverbandes Brixental ist. Veranstalter, Tourismusverband und der betroffene Teilnehmer reagierten mit einer gemeinsamen Stellungnahme: "Wir ... nehmen diese Rückmeldung ernst. Wenn sich Menschen durch diese Darstellung verletzt oder unwohl gefühlt haben, tut uns das aufrichtig Leid und wir möchten uns dafür entschuldigen."
Eine diskriminierende Absicht weisen die Beteiligten zurück. Die Darstellung sei Teil einer Verkleidung gewesen, die sich auf einen Film bezogen habe. Sie habe zu keinem Zeitpunkt dazu dienen sollen, Menschen herabzuwürdigen oder zu diskriminieren.
Veranstalter und Tourismusverband kennen demnach zwar die grundsätzlichen Themen der Festwagen. Bei der konkreten Ausgestaltung greifen sie jedoch nicht ein.
"Bei deren konkrete Gestaltung, Kostümierung und Umsetzung haben die Teilnehmer freie Hand und können ihrer Kreativität freien Lauf lassen", heißt es in der Stellungnahme laut TT.
Gleichzeitig beziehen die Beteiligten klar Stellung gegen Rassismus: "Der Kirchberger Blumencorso steht seit 34 Jahren für Freude, Gemeinschaft und Vielfalt. Diese Werte sind seit jeher Grundbedingung für eine Teilnahme am Blumencorso und daher gibt es auch keinen Platz für Rassismus und Diskriminierung, egal in welcher Form."