Gesichtserkennung auf Wiener Flughafen ist fix

Ab Ende 2017 checkt auf dem Airport Wien ein System automatisch die Gesichter der Passagiere. Was sagen Sie dazu? Hier jetzt abstimmen!

Es ist beschlossene Sache. Bereits demnächst beginnt der Wiener Flughafen mit dem Einbau eines Gesichtserkennungssystems im Bereich der Grenzkontrollen. In einem ersten Schritt werden bis Jahresende 25 so genannte E-Gates eingerichtet. 25 weitere sollen 2018 hinzukommen. Daneben wird ab Sommer zusätzliches Personal für die Checks abgestellt.

Strenge Kontrollen auch für EU-Bürger

Hintergrund ist eine Änderung des so genannten Schengen Grenzkodex. Dieser schreibt vor, dass künftig Reisende mit EU-Pass beim passieren der Schengen-Außengrenze ebenso streng kontrolliert werden müssen wie Nicht-EU-Bürger.

Heißt: Beim Grenzübertritt werden Gesicht und Reisepass-Foto abgeglichen. Zudem ergeht eine Anfrage an das Schengen-Info-System. Das ist eine Datenbank, in der etwa Personenfahndungen abgespeichert sind. Die Regel-Änderung gilt grundsätzlich seit 7. April und ist ab 7. Oktober nach Ablauf einer sechsmonatigen Übergangsfrist verpflichtend.

E-Gates sollen Wartezeiten kurz halten

Der Einsatz von schlussendlich 50 E-Gates soll übrigens verhindern helfen, dass sich durch den deutlich höheren Kontrollaufwand die Wartezeiten für Passagiere verlängern. Immerhin gibt es auf dem Flughafen Wien derzeit täglich rund 30.000 Schengen-Grenzübertritte. Die Nutzung ist allerdings freiwillig. Wer sich mit einer automatischen Kontrolle unwohl fühlt, kann weiterhin von Polizisten besetzte Schalter benutzen.

So funktionieren die E-Gates

Und so funktionieren die E-Gates: Der Reisende presst seinen Pass mit der Bildseite auf einen Scanner. Dieser liest das Foto ein, während eine Kamera des Gesicht des Passagiers vermisst. Anschließend gleicht eine Software die beiden Aufnahmen ab.

Parallel dazu wird im Schengen-Info-System geprüft, ob womöglich nach der betreffenden Person gefahndet wird. Bewegt sich alles im grünen Bereich, gibt eine Schranke den Weg frei. Im Zweifels- oder Fahndungsfall können Polizisten eingreifen, die im Bereich der E-Gates stationiert sind.

In Deutschland ist ein vergleichbares System namens EasyPass bereits im Einsatz. (Bild: Picturedesk)

Sprengstoffanalysegeräte

Eine weitere Neuerung ist ein Gerät, das Flüssigkeiten in Flaschen analysieren kann, ohne diese zu öffnen. Zeigt es grünes Licht an, ist alles in Ordnung. Bei rotem Licht besteht der Verdacht auf Sprengstoff - die Reise ist dann vorerst vorbei.

Auch die Gesichtserkennung bei Überwachungskameras soll bald Realität sein. Das könnte bei der Ausforschung der Personen helfen, die Koffer am Flughafengelände deponieren.

Handvenenscans sind in Planung

Grund für die neuen Regeln sind die vermehrten Terroranschläge in Europa. Man wolle mit den erneuerten Sicherheitsmaßnahmen auch Dschihadisten abfangen.

Für die EU-Innenminister soll dies aber erst der Anfang sein. Es wird angeblich laufend über weitere Verschärfungen diskutiert. Das nächste Projekt könnten Handvenenscans sein.

Für den Flughafen Schwechat steht Sicherheit an erster Stelle. Dafür sind in etwa 2000 Personen am Flughafengelände im Einsatz, 500 davon sind Polizisten. Pro Jahr gibt es ungefähr 450 Hallensperren, meist aufgrund herrenlose Koffer, wobei fast immer nach kurzer Zeit Entwarnung gegeben werden kann. (red)

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