Österreich

Gesuchter Mörder wegen Diebstahls verurteilt

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:51

Ein gesuchter Doppelmörder ist am Dienstag am Wiener Landesgericht als Handtaschenräuber verurteilt worden. Der Mann wurde bereits 1995 wegen Doppelmordes verhaftet, war aber dann geflohen. Für das aktuelle Verbrechen bekam der Slowene zwei Jahre Haft.

Im Jahr 1995 hatte der Slowene auf einer Silvesterfeier in Bihac mit einer Maschinenpistole wild um sich geschossen und dabei zwei Teenager ermordet. Dafür wurde er nach eigenen Angaben zu acht Jahren verurteilt. Bereits nach 18 Monaten wäre er im Zuge der Kriegswirren enthaftet worden und dachte, seine Schuld wäre im Zuge einer Amnestie getilgt worden.

Doch nach seiner neuerlichen Verhaftung wegen Handtaschendiebstahls stellte sich jetzt heraus, dass der Mann international gesucht wird. Seither läuft ein Auslieferungsverfahren, sagte Richterin Claudia Zöllner.

Falsche Zeugenaussage

Der Prozess wegen der Handtasche war allerdings ungewöhnlich: Zunächst wurde von der Fremdenpolizei die falsche Zeugin vorgeführt - eine Prostituierte. Dann schenkte Staatsanwalt Michael Schietz dem Angeklagten mehr Glauben, als dem Opfer, also der Handtaschen-Besitzerin.

Der 39-Jährige schilderte, wie er mit der Prostituierten intim geworden war, bevor er ihr aus Geldnot die Handtasche entriss. Diese wiederum blieb dabei, sie wäre nicht "beruflich" im Prater gewesen, sondern hätte auf einer Parkbank etwas essen wollen, als sie überfallen wurde. Sie war dabei so unglaubwürdig, dass ihr vom Staatsanwalt schließlich ein Verfahren wegen falscher Zeugenaussage angedroht wurde.

Letztlich war das Geschehen vor dem eigentlich Raub nicht so wesentlich für den Schöffensenat, da der Beschuldigte kein Hehl daraus gemacht hatte, Gewalt ausgeübt zu haben.

Der Mann wurde deshalb zu zwei Jahren Haft verurteilt.

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