Ein 40-jähriger Vorarlberger ist am 28. August in Uruguay festgenommen worden. Gegen den Mann bestand ein internationaler Haftbefehl wegen des Verkaufs von gefälschten Potenzmitteln per Internet, berichtete das Bundeskriminalamt am Freitag. Der Mann gehört als mutmaßlicher Haupttäter zu einer kriminellen Vereinigung, an der auch dessen Eltern beteiligt waren. Sie wurden bereits 2012 verurteilt.
Die genauen Umstände der Festnahme in Montevideo waren nicht bekannt, möglicherweise war eine Routinekontrolle der Auslöser. Die Fahndung nach dem 40-Jährigen wurden auf Ersuchen des Landeskriminalamtes Vorarlberg im Jänner 2013 durch das BK übernommen. Nach 221 Tagen wurde der Mann durch die Zielfahnder ausgeforscht und festgenommen. Ein Auslieferungshaft nach Österreich wurde bereits verhängt, in den nächsten Wochen kann mit einer Rückführung gerechnet werden, so das BK.
Eltern bereits 2012 verurteilt
Bereits im Oktober 2012 war ein 62-jähriger Vorarlberger wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung am Landesgericht Feldkirch zu vier Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er soll in einer Bande mit gefälschten Tabletten gehandelt haben. Seine Frau, die bei den betrügerischen Geschäften mithalf, wurde zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
In der Anklageschrift war damals von einem internationalen Online-Handel die Rede, der von 2008 bis 2010 vonstattenging. Dabei soll ein Schaden von über fünf Millionen Euro entstanden sein, der Richter ging während der Verhandlung aber von einer Million aus. Laut BK steht der nun Verhaftete unter Verdacht, durch den Online-Verkauf von gefälschten Potenzmitteln ab dem Jahr 2009 mehrere Millionen Euro lukriert zu haben. Der Bande auf die Spur gekommen, war man über unterfrankierte Pakete in Tirol, in der sich die illegalen Fälschungen befunden haben.