Österreich

Wiener versklavte Frau, ließ sie am Boden schlafen

Heute Redaktion
13.09.2021, 19:52

Eine 28-jährige Frau hat sich in ihrer Ehe wie eine Sex-Sklavin gefühlt. Jetzt soll sie auch die Trennung büßen. Ein Fall für Anwalt Josef Wegrostek.

Als eine hübsche Asiatin 2015 nach Wien kam, träumte sie von Eheglück. Heute lebt sie als Putzfrau in einem Kloster und hofft, dass ihr Anwalt Josef Wegrostek aus einer Unglücks-Spirale hilft.

Ihr Schlamassel begann, als Vanna P. (28, Name geändert) aus Kambodscha im Internet mit einem Wiener zusammenfand. Der ältere Herr stand rasch in Flammen.

Oft flog er zu ihr und bewies neben sexuellem Appetit auch ernste Absichten: Er bezahlte Vanna Deutschkurse in ihrer Heimat, verschaffte ihr einen Job in Wien.

Resultat: Eine traditionelle Hochzeit in Kambodscha, dann auch eine rechtsgültige innerhalb der EU. Die zierliche Frau nahm hin, dass sie der Partner schon kurz nach einer Gebärmutter-OP wieder lüstern bedrängte. Gröber noch ein "Ehevertrag", den er gleich nach der Heirat aufsetzte.

Urkunde verstößt gegen "gute Sitten"

Leseprobe: Im Scheidungsfall "wird türkisches oder indisches oder thailändisches Recht vereinbart". Zweck: Kein Anspruch auf nur einen Cent für die Frau.

"Ein Notar und ein Anwalt haben sich geweigert, diese Urkunde zu errichten", so Paragrafen-Profi Wegrostek, "weil sie gegen die guten Sitten verstieß."



Folge: Die Zuneigung des Gemahls schlug in Abneigung um. "Um mich loszuwerden, ließ er mich hungern und am Boden schlafen", erzählt Vanna ("Heute" identifiziert sich nicht mit den Vorwürfen; es gilt die Unschuldsvermutung).

In Frauenhaus geflüchtet

Fakt aber ist: Vanna flüchtete in ein Frauenhaus. Die prompte Scheidungsklage des Wieners "aus Verschulden der Frau" wurde in zwei Instanzen abgewiesen. In damit aufrechter Ehe bekommt Vanna von ihrem Mann Unterhalt – 200 Euro (!) im Monat.

Dafür hat er der Fremdenpolizei gemeldet, seine Beziehung sei eine "Scheinehe". Mögliche Konsequenz der Behauptung für Vanna: Verlust des Aufenthaltstitels.

Mit allem, was Recht ist, kämpft ihr Anwalt Wegrostek dagegen an: "Sonst wird diese Ehefrau zum zweiten Mal Opfer". (red)

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