Nach dem Abbruch der KV-Verhandlungen in der Papierindustrie am Montag haben die Gewerkschaften für Dienstag erste Warnstreiks angekündigt. Ab Mittag wollen die Gewerkschaften auf Betriebsversammlungen die Zustimmung der Beschäftigten zu sofortigen Warnstreiks einholen, sowie zu weitergehenden Streikmaßnahmen, teilten die verhandelnden Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp am Montagabend mit.
"Drei Runden lang haben sich die Arbeitgeber überhaupt nicht bewegt und drei mal dasselbe inakzeptable Angebot gemacht", erläuterten die Verhandlungsleiter Peter Schleinbach (PRO-GE) und Roman Krenn (GPA-djp) die Gründe für die Maßnahmen.
Das Arbeitgeberangebot sei auch in der vierten Verhandlungsrunde mit 2,1 Prozent auf die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter und 2,0 Prozent auf die Ist-Löhne und -gehälter für die Gewerkschaften "völlig unzureichend" geblieben.
Nur Abgeltung der Inflation
Nach den ersten drei Verhandlungen hätten die Arbeitgeber lediglich eine Abgeltung der Inflation geboten, und selbst das nur im Gegenzug für Verschlechterungen etwa bei Nacht- und Wochenendzuschlägen oder der Abgeltung von Rufbereitschaft.
"Das jetzt vorliegende Angebot würde sich für einen durchschnittlichen Arbeiter mit gerade einmal rund fünf Euro brutto pro Monat realer Lohnerhöhung auswirken, vorausgesetzt er bliebe vom geforderten Sozialabbauprogramm verschont", rechnen Schleinbach und Krenn vor.
Um Überraschungen handle es sich bei den geplanten Maßnahmen nicht, betonen die Gewerkschafter: "Wir haben die Arbeitgeberseite wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass es so nicht geht."