Gewerkschaft will Postchefs Prämien streichen

Voriges Jahr haben die Vorstände um 15 Prozent mehr kassiert als im Jahr davor. Die Arbeitnehmervertreter können dieses Plus nicht verstehen.

Voriges Jahr haben die Vorstände um 15 Prozent mehr kassiert als im Jahr davor. Die Arbeitnehmervertreter können dieses Plus nicht nachvollziehen.

Zunächst hatte Postchef Georg Pölzl die Einführung eines Leistungslohnes für Briefträger vorgeschlagen. Jetzt antwortet Postgewerkschaftschef Helmut Köstinger und fordert eine "drastische Gehaltskürzung" für den Vorstand. "2012 haben die Post-Vorstände und leitenden Angestellten über 31 Millionen Euro kassiert, 15 Prozent oder 4 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Für die erbrachte Leistung ist das bei weitem zu viel“, so Köstinger. Er will, dass dem Post-Vorstand „wegen mangelnden tatsächlichen Erfolgs die Erfolgsprämie gestrichen wird“.

Keine Prämie für Ideenlosigkeit

Köstinger ärgert sich darüber, dass Pölzl gerade bei denen sparen will, die ohnehin am wenigsten im Unternehmen verdienen. "Wer auf die seit Jahren anhaltenden Umsatzrückgänge am österreichischen Post-Markt keine anderen Antworten findet als Lohndumping, sollte dafür keine Erfolgsprämien kassieren“, betont Köstinger. Und er rechnet vor: "Immerhin fast 10 Prozent der jährlichen Lohnsteigerungen entfallen auf das Top-Management."

Zu wenig Personal, zu wenig Filialen

Er wirft der Postführung vor, das Filialnetz "beinahe kaputtgespart" zu haben. "Es ist Zeit für einen Kurswechsel: Neue Standorte auf- statt zusperren. Personal aufstocken statt abbauen. Faire Löhne statt Lohndumping“, verlangt der Postgewerkschaftschef.

Pölzl hatte zu Wochenbeginn laut darüber nachgedacht, die der Briefträger an die Leistungsfähigkeit anzupassen - sprich, wer einen größeren Rayon hat, soll mehr Gehalt bekommen. Derzeit würde durch die gesetzlich vorgeschriebene Zeitabrechnung der Schnelle weniger verdienen als der Langsame.

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