Regierung in Privatjet hin und zurück nach Katar

Gewessler mit Kanzler bei den Scheichs.
Gewessler mit Kanzler bei den Scheichs.BKA/Tatic
Der Regierungs-Trip in die Emirate erfolgte hin und zurück per Privatjet, Journalisten reisten per Linienflug.

Bundeskanzler Karl Nehammer (VP) war über das erste Märzwochenende mit Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Ministerin Elisabeth Köstinger (VP) in die VAE und nach Katar geflogen. Der Grund für die Reise: Annäherung beim Flüssiggas und Grünem Wasserstoff.

Journalisten per Linienflug

Erst später kam heraus, dass die Ministerin in einem Privatjet heimgeflogen war - mehr dazu hier. Jetzt stellte sich heraus: Die Ministerin soll die gesamte Route Wien-Schwechat-Abu Dhabi-Katar-Wien-Schwechat (Bezirk Bruck) im Privatjet gereist sein. Die begleitenden Journalisten wurden übrigens mit Linie transportiert - teils zu den unmöglichsten Zeiten, einige Redakteure, Fotografen mussten zwei Nächte im Flugzeug verbringen.

Argumentiert wurde die Reise im Bedarfsflieger des Bundeskanzleramtes mit der besonderen Dringlichkeit. Und als Ausgleich wäre Geld in ein afrikanisches Klimaschutzprojekt geflossen.

Eine Sprecherin der Klimaschutzministerin kommentierte die Reise der Ministerin nach Katar am Donnerstag so: "Die Abhängigkeit von russischem Gas in Österreich macht uns verwundbar und zum Spielball von russischen Interessen. Darum hat Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, gemeinsam mit Rohstoffministerin Elisabeth Köstinger, Bundeskanzler Karl Nehammer nach Abu Dhabi und Katar begleitet, um Gespräche mit möglichen neuen Gaslieferländern zu führen. Aufgrund der Dringlichkeit der Situation wurde dazu vom Bundeskanzleramt ein Bedarfsflieger gemietet. Ministerin Gewessler ist ebenfalls mit diesem Bedarfsflieger gereist, der entstandene CO2-Ausstoß wurde vom Klimaschutzministerium kompensiert. Es wurden damit Klimaschutzprojekte in Äthiopien unterstützt."

Eine Sprecherin bestätigte am heutigen Freitag auch: "Die Delegation mit Bundeskanzler und den beiden Ministerinnen ist im Bedarfsflieger gereist, der Rest per Linie. Hin waren es im Privatjet der Bundeskanzler, Ministerin Gewessler und Ministerin Köstinger, zurück nur Nehammer und Gewessler, Ministerin Köstinger hat nämlich noch die Expo in Dubai besucht."

Kritik an Reise

Für FP-Generalsekretär Michael Schnedlitz geht die Komplettreise im Privatjet viel zu weit: "Frau Gewessler sollte als Ministerin zurücktreten und auch ihren grünen Klubstatus aufgeben. Denn wie ist diese Doppelmoral und Scheinheiligkeit zu vertreten?", so der FP-General, der dazu auch eine parlamentarische Anfrage angekündigt hat.

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