Gift für Ortschef: Gericht stellte Gutachter 18 Fragen

Helmut Osberger (66) soll vor knapp elf Jahren den Spitzer Ortschef vergiftet haben, fasste „lebenslang" aus. Anwalt Blaschitz beantragte eine Wiederaufnahme, jetzt kommt Bewegung in den Antrag.

Ende Oktober hatte Osberger-Anwalt Wolfgang Blaschitz einen Wiederaufnahmeantrag gestellt, gestützt auf neue Beweismittel und zwei neue Gutachten („Heute" berichtete). Dabei stellte er die Expertise des Gerichtsmediziners im Prozess vom Mai 2008 auf den Kopf.

Viele Fragen

Noch vor Weihnachten hat die vorsitzende Richterin des Landesgerichtes Krems insgesamt 18 Fragen an den Gutachter gestellt. Im Fokus dabei: Der Inhalt der Praline (laut Hersteller 0,73 Milliliter Likör). Denn beim Gutachten war immer von 1 bis 1,5 Milliliter Likör die Rede. Weitere Fragen: Wie wurde das Strychnin in die Schokopraline injiziert? (Anm: Größe der Spritze und Kanüle, Art des Giftes).

„Alleine schon die Anzahl der Fragen zeigt, dass das Gericht den Wiederaufnahmeantrag ernst nimmt. Ende Jänner muss die Antwort des Sachverständigen vorliegen, auf welche man gespannt sein darf."

Wie mehrmals berichtet war im Februar 2008 der Spitzer (Krems) Bürgermeister Hannes Hirtzberger mit Strychnin vergiftet worden, er überlebte nur ganz knapp. Weinbauer Helmut Osberger fasste in der Folge eine lebenslange Haft aus, beteuert aber seine Unschuld. (Lie)

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