Übelkeit, Erbrechen und Entzündung der Schleimhäute sind die harmlosesten Nebenwirkungen - bei Überdosierung muss mit Knochenmarks- und Gehirnschäden gerechnet werden.
Dienstagabend traten bei einem Zwischenfall im Werk Unterach am Attersee des Pharmakonzerns Sandoz 300 Liter hochgiftiges "Fluor-uracil" aus, das in Milligramm-Mengen bei Chemotherapien für Krebskranke eingesetzt wird. Zwei Mitarbeiter mussten ins Landeskrankenhaus Vöcklabruck, sechs Feuerwehren standen im Einsatz!
Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei hatte Chemiearbeiter Jürgen P. (38) aus Attnang-Puchheim beim Betreten eines sogenannten Reinraumes unbeabsichtigt ein Kabel und den Stutzen eines Behälters gelöst. Sekundenbruchteile später kam der Mann mit der hochgiftigen Substanz in Berührung, wurde kontaminiert. Die Angestellte Elvira K. (28) atmete Giftdämpfe ein, wurde gemeinsam mit ihrem Kollegen erstversorgt.
Schließlich musste die Sandoz-Betriebsleitung die Feuerwehr alarmieren. Insgesamt sechs FF-Teams - darunter die Gefahrenstoff-Experten der FF Puchheim - standen mit Schutzanzügen bis Mittwochfrüh im Spezial-Einsatz.