Im EU-Verkehrsministerrat hat die Präsidentschaft am Donnerstag die umstrittene Bestimmung für eine grenzüberschreitende Zulassung von Gigalinern zurückgezogen - nicht zuletzt ein Erfolg für Österreichs Verkehrsministerin Doris Bures, die sich stets dagegen eingesetzt hatte.
Im EU-Verkehrsministerrat hat die Präsidentschaft am Donnerstag die umstrittene Bestimmung für eine zurückgezogen - nicht zuletzt ein Erfolg für Österreichs Verkehrsministerin Doris Bures, die sich stets dagegen eingesetzt hatte.
Der Verkehrsministerrat folgt damit der Linie des Europäischen Parlaments. Dort wurde bereits im April gegen den Vorstoß der Kommission, Gigaliner im grenzüberschreitenden Verkehr zuzulassen, gestimmt.
Bures kämpfte seit Jahren dagegen, dass die bis zu 60 Tonnen schweren und 25 Meter langen Megatrucks EU-weit zugelassen werden, weil das enorme Kosten für Infrastruktur, weniger Verkehrssicherheit und eine Verlagerung vom Schwerverkehr weg von der Schiene bedeuten würde.
Gigaliner sind Lastwagen, die erheblich länger und schwerer sind als im Straßenverkehr allgemein zulässig. Bisher dürfen Lastzüge bis zu 18,75 Meter lang sein und ein Gesamtzuggewicht von höchstens 40 Tonnen haben. Die auch Euro-Combi genannten XXL-Gespanne messen 25,25 Meter und wiegen bis zu 60 Tonnen.
Derzeit läuft ein fünfjähriger Test in Deutschland - dabei ist ihr Gewicht allerdings auf 40 Tonnen begrenzt. In Österreich sind die Riesen-Lkw immer abgelehnt worden - sowohl die Politik als auch die Asfinag waren dagegen. Auch innerhalb der Frächter gab man sich kritisch.
In der Bundesrepublik Deutschland dürfen nur Lastwagenfahrer mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung einen Gigaliner fahren. Auf Autobahnen dürfen Lang-Lkw nicht überholen, auf anderen Straßen nur solche Fahrzeuge, die höchstens 25 Stundenkilometer fahren.
Den Spediteuren geht es bei den Riesenlastern vor allem um mehr Transportkapazität. Während in einen bisherigen Sattelzug 34 Paletten passen, soll ein Riesenlaster 53 tragen können. Wo heute drei Lastwagen pro Tag unterwegs sind, sollen es künftig zwei Gigaliner sein. Kritiker befürchten wegen der Mega-Trucks unter anderem ein erhöhtes Unfallrisiko und hohe Zusatzkosten durch den nötigen Ausbau vieler Straßenabschnitte und die stärkere Belastung der Fahrbahnen.