Das EU-Parlament in Straßburg hat am Dienstag die von der Kommission vorgeschlagene grenzüberschreitende Zulassung von Gigalinern abgelehnt. Die Europamandatare von ÖVP, SPÖ und Grünen zeigten sich erfreut. Indes sorgt eine Studie über leer fahrende Lkw für Kopfschütteln.
Das EU-Parlament in Straßburg hat am Dienstag die von der Kommission vorgeschlagene grenzüberschreitende Zulassung von Gigalinern abgelehnt. Indes sorgt eine Studie über leer fahrende Lkw für Kopfschütteln.
Die EU-weite, grenzüberschreitende Zulassung der bis zu 60 Tonnen schweren und 25 Meter langen LKW-Züge ist vorerst vom Tisch, wie das EU-Parlament am Dienstag beschloss. "Österreich erspart sich damit milliardenschwere Umbauarbeiten. Insgesamt eine gute und richtige Entscheidung für mehr Umweltschutz, so SPÖ-EU-Delegationsleiter Jörg Leichtfried, Chefverhandler des EU-Parlaments zu Gigalinern. Für Verkehrsministerin Doris Bures ist die Entscheidung "sowohl verkehrs- als auch umweltpolitisch richtungsweisend".
Gigaliner seien ein enormes Sicherheitsrisiko und würden Milliardenkosten im Bereich der Infrastruktur verursachen. Studien warnen außerdem vor massiven Auswirkungen auf den Schienengüterverkehr. Die Bahnen würden demnach mehr als 70 Prozent ihres Frachtvolumens im kombinierten Verkehr verlieren.
Zahlreiche Lkw in Europa leer unterwegs
Indes sorgt eine Studie der EU-Kommission für Aufregung: In Europa fährt etwa ein Fünftel aller Lastwagen leer über die Straßen. Wird nur der Verkehr innerhalb eines einzelnen Landes betrachtet, steigt der Anteil der leeren Lkw sogar auf ein Viertel, wie die aktuelle Studie ergibt.
Als Grund führte die Behörde vor allem die Vorschriften zur sogenannten Kabotage an. Damit ist gemeint, dass ein Lkw-Unternehmen in einem anderen Staat als seinem Heimatland Transportaufträge erfüllt. Oft gelten dafür Beschränkungen.
Würden die Kabotage-Beschränkungen aufgehoben, könne dies dazu beitragen, "die Zahl der Leerfahrten zu verringern", erklärte die Kommission. Für Verkehrsunternehmen würde es einfacher, "Lasten zusammenzulegen und auch Rückfahrten zu nutzen". Die Firmen könnten so ihren Fuhrpark effizienter einsetzen. Die Studie beziffert die Kosten, die durch die Kabotage-Beschränkungen verursacht werden, auf jährlich 50 Millionen Euro