Gigantischer Meteorit soll Sodom vernichtet haben

Archäologen an der Ausgrabungsstelle Tall el-Hammam in Jordanien berichten von dem katastrophalen Ereignis. Eine ganze Zivilisation der Bronzezeit sei so ausgelöscht worden.
Hochmut, Geiz, Wolllust und "Laster wider die Natur" – Weil sie unrettbar der Sünde anheim gefallen waren, wurden die Städte Sodom und Gomorra durch Gott unter einem Regen aus Feuer und Schwefel begraben. So steht es zumindest in der Bibel geschrieben.

US-Archäologen Steven Collins und Phillip Silvia sind sich sicher, das biblische Sodom am Toten Meer gefunden zu haben. Ihr interdisziplinäres Team von der Bibelschule Trinity Southwest University in Albuquerque gräbt bereits seit 2005 im heutigen Tall el-Hammam (Jordanien). Vor vier Jahren entdeckten es dort die Überreste einer scheinbar einst mächtigen Stadt, die plötzlich verlassen worden zu sein schien.

Tatsächlich wird die Region in frühen Quellen und auch der Bibel als fruchtbares Land beschrieben. Etwa nach dem Jahr 1.700 v. Chr. war dieses aber rund 700 Jahre lang unbewohnt. Ein Rätsel, dem die Forscher auf den Grund gehen wollten.

CommentCreated with Sketch.5 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Jetzt wollen sie eine Antwort gefunden haben. Laut Silvia ist auch ein himmliches Ereignis dafür verantwortlich. Allerdings nicht der Zorn Gottes, sondern ein Meteorit soll die dort lebende Zivilisation ausgelöscht haben.

Nach der Hypothese der Forscher ist gegen Ende der Bronzezeit ein Meteorit über dem heutigen Jordanien in der Luft explodiert. Heftige Schockwellen schleuderten ultraheiße Salzsole aus dem Toten Meer auf die umliegenden Gebiete, die dadurch in eine unfruchtbare Wüste verwandelt wurden.

Der Fund einer einseitig geschmolzenen Keramikscherbe scheint diese Annahme noch zu untermauern. Denn dafür sind kurzzeitig hohe Temperatur von 8.000 bis 12.000 Grad Celsius nötig.

Dieses Szenario passt wie die Faust aufs Auge zur biblischen Version des Untergangs von Sodom und Gomorra. Bei dem "Regen aus Feuer und Schwefel" könnte es sich um Bruchstücke des Meteoriten handeln. Auch die Erzählung von Lots Frau, die bei der Flucht aus Sodom zur Salzsäule erstarrte, könnte ebenfalls eine Folge der Naturkatastrophe sein.

Die Hypothese der US-amerikanischen Forscher sind allerdings in der Fachwelt nicht unumstritten. Viele Kollegen glauben, dass die beiden biblischen Städte heute nicht mehr lokalisiert werden können.

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(rcp)

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