Weltweiter Sturm der Entrüstung nach der Schlachtung von "Marius" in Kopenhagen. Doch Wiener Forscher glauben, sein Tod könnte helfen, die Tiere künftig besser zu verstehen.
, die Tiere künftig besser zu verstehen.
: Das Tier stammte aus Inzucht und musste laut internationalen Zoorichtlinien getötet werden. Nachdem "Marius" öffentlich und vor den Augen vieler Kinder seziert worden war, wurde sein Fleisch an Löwen verfüttert. Einige Körperteile aber gehen an Forschungsprojekte – eines davon in Österreich.
Am Department für Kognitionsbiologie der Uni Wien werden Stimmbänder, die Zunge und Teile des Schlunds untersucht. Denn bisher ist es ein Rätsel, wie Giraffen kommunizieren – sie gelten als "stumm". "Wir vermuten, dass sie Infraschall verwenden," sagt die Wiener Forscherin Angela Stöger: "Diese Töne sind für uns nicht wahrnehmbar.
Drohungen gegen Tierarzt: "Verstehe Aufregung nicht"
"Ich habe einige böse E-Mails erhalten," sagt der Veterinär des Kopenhagener Zoos Mads Bertelsen zu "Heute". Er hatte die Giraffe "Marius" mit einem Schlachtschussapparat getötet und seziert. "Aber ich verstehe die Aufregung nicht. Marius hatte als Folge von Inzucht sehr schlechte Gene.
Laut den Richtlinien von Zoos mit Zuchterlaubnis mussten wir ihn töten." Wie in freier Wildbahn sollen so nur die Tiere mit den besten Genen überleben. Eine Weitergabe an Nicht-Züchter sei verboten: "Zoos auf der ganzen Welt eliminieren ständig überschüssige Tiere."