Oliver Glasner führte Crystal Palace zum Conference-League-Titel, er gewann den FA Cup und den Superpokal (FA Community Shield). Danach entschied sich der Österreicher, eine neue Herausforderung zu suchen. Der 51-Jährige war bei einigen Top-Klubs im Gespräch, die Gespräche mit AC Milan scheiterten erst auf der Ziellinie.
Umso überraschender kam die Meldung, dass Glasner neuer Nottingham-Forest-Coach wird. Der Klub beendete die Saison hinter (!) Crystal Palace, gilt als Trainer-Friedhof. Boss Evangelos Marinakis verbrauchte nicht weniger als vier Betreuer in den letzten zwölf Monaten. Aber: Die Gage stimmt. Glasner casht laut britischen Medien rund 15 Millionen Euro pro Saison.
"Die ersten Tage waren sehr aufregend", sagt Glasner in einem ersten Interview. "Ich kannte Nottingham natürlich als Gäste-Coach, die Stimmung am City-Ground war immer brillant." Im 1898 (!) eröffneten Stadion haben rund 30.000 Personen Platz.
Glasner erklärt, wie es zum Deal kam. "Ich hatte intensive Gespräche mit dem Eigentümer. Forest ist ein geschichtsträchtiger Klub, war zwei Mal europäischer Champion, auch wenn es lange her ist (1979 und 1980 Europapokal der Landesmeister, Anm.). Aber Geschichte bleibt für immer, Erinnerungen bleiben für immer."
Der Österreicher erzählt weiter: "Der Verein hat tolle Fans und einen ehrgeizigen Eigentümer, der einen Schritt nach vorne machen möchte. Der Kader ist sehr interessant. All das sind Gründe, warum ich hier bin."
Klub-Boss Marinakis, ein milliardenschwerer Unternehmer, ist als streitbarer Charakter bekannt. Glasner hofft dennoch, mit ihm auf einer Wellenlänge zu sein. "Die Beziehung zum Eigentümer ist wichtig, aber es ist überall so. Auch mit deiner Frau musst du in dieselbe Richtung gehen, sonst wird die Beziehung nicht lange dauern. Jeder muss dieselbe Vision für den Klub haben, das ist wichtig. Ich spüre, dass wir in dieselbe Richtung denken."
Glasners erste Ziele? "Forest steht schon relativ gut da – sie waren vorletzte Saison Siebenter. Jetzt muss Konstanz her, wir müssen wieder in die obere Tabellenhälfte. Wir müssen eine Identität kreieren, einen Spirit. Wenn wir das schaffen, bin ich überzeugt, dass wir erfolgreich sein können. Aber reden kann man viel – jetzt müssen wir abliefern."