Glattauer: Schule ist...: Eltern im Dauerstress

Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in "Heute".
Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in "Heute".Bild: heute.at
Schuldirektor Glattauer gibt Noten. Heute: Schule ist: Eltern im Dauerstress. Und: Keine Schulärzte, keine Psychologen.

Schule ist: Eltern im Dauerstress



Wissen Sie, was Pflichtschule heute sein sollte? Und das sage ich jetzt als der eine von zwei im permanenten Vollarbeitszeit-Modus praktizierenden Elternteilen: Schule heute sollte ein gepflegtes 8-to-5-Angebot sein, in dem für diese Stunden die volle ZUSTÄNDIGKEIT der Schule eine SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT ist – für Unterricht, Lernzeit, Kurse, Nachhilfe, Essen, Spaß & Freude, Wut & Tränen.

Aber in Österreich geht es genau in die andere Richtung: Der Unterricht wird immer weniger, und alles andere wird ausgelagert, das Finanzielle an die Gemeinden, der Schulalltag an die Eltern.

Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer ist seit 20 Jahren Lehrer in Wien, aktuell Direktor des "SZ-FIDS" in Meidling. Dazu hat er 13 Bücher geschrieben.
Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.

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Lebensabschnittsbegleitung Schule

Wir chauffieren sie in Kurse, melden an, melden ab (alles jetzt online, juhu), besorgen, organisieren und bezahlen extra Mittagessen, Lernzeit, Ballspielen, Kindertheater, wir kümmern uns um Impfungen, Psychologen, Religion, die HÜ und die Nachhilfe, und wenn dann Christa Kummer die Wolken zu zählen beginnt, bereiten wir noch die Power-Point über das harte Leben der kanadischen Holzfäller vor, für die offenbar den ganzen Tag keine Zeit war…

CommentCreated with Sketch.25 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Könnte bitte der nächsten Regierung jemand erklären, dass Schule heutzutage LEBENSABSCHNITTSBEGLEITUNG ist! Und könnte man dafür endlich die Rahmenbedingungen schaffen – statt "Schulqualitätsmanager" zu erfinden, die nicht wissen, was eigentlich ihr Job ist, und Hauptschulen alle paar Jahre umzubenennen, ohne dass sich dort auch nur irgendetwas verbessert hätte.

Note:

Nicht genügend

Keine Schulärzte, keine Psychologen



Apropos Impfungen: Unsere Schulärztin kriegt 22 Wochenstunden bezahlt und hat in dieser Zeit 10 (!) Schulen zu betreuen, Daumen mal Pi 3.000 Kinder. Reihenuntersuchungen, Impfungen, Akutfälle, das ganze Programm. Wen wundert's da, dass inzwischen 50 Wiener Pflichtschulen keinen Schularzt mehr haben.

Und weil wir schon dabei sind: Schulpsychologen stellt das Ministerium der Stadt heuer genau 25 zur Verfügung – für 230.000 Schüler. Das ist leider kein Witz, das ist Österreich, einst das Land Sigmund Freuds.

Note:

Nicht genügend

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