Schülerdemo gut gelaufen, nur wie geht's jetzt weiter? In dieser Kolumne vor allem wichtig: Wie tun mit dem Freitag? Wird der auch bei uns zum Dauerstreiktag? Warten wir ab. Da die Schulpolitiker in dieser Frage – ich sag's, wie's is' – unisono herumeiern, wird's wohl an den DirektorInnen liegen.
So mancher Kommentar im Vorfeld lässt auf die Großwetterlage schließen: "Bevor sie mir die die Klimazonen nicht richtig aufsagen können, brauchen's fürs Klima auch nicht demonstrieren gehen." Oder die Kollegin, die ihren LehrerInnen die Weisung für eine Mitteilungshefteintragung gab (verkürzt, sinngemäß:) Kinder, die unentschuldigt vom Unterricht fernbleiben, haben ihr "Sehr zufriedenstellend" in Betragen verspielt. Ich zu ihr: Super. Und dann sudern, dass unsere Kinder so unpolitisch sind … Sie: Das ist etwas anderes. Ich: Aha? Sie: Außerdem hat der Fasslabend gesagt, frühestens nach Unterrichtsschluss um 13 Uhr. Ich: Faßmann. Sie: Ja der. Usw. Trotzdem, Hunderte Schulen im ganzen Land haben es am Freitag 20.000 jungen Menschen ziemlich chillig ermöglicht, dafür auf die Straße zu gehen, dass die Politik ihren Sonntagsreden zum Klimaschutz Taten folgen lässt. Gelebte politische Bildung statt Zweierreihe.
Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer ist seit 20 Jahren Lehrer in Wien, aktuell Direktor des "SZ-FIDS" in Meidling. Dazu hat er 13 Bücher geschrieben.
Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.
Alle seine Artikel finden Sie hier!
„Note: Sehr gut“
In Wien sind letzte Woche 700 SchuldirektorInnen auf der PH dafür eingeschult worden, wie sie künftig ihre LehrerInnen aussuchen sollen. Die traurige Wahrheit: Genau nix suchen sie selber aus. Die administrative Arbeit haben sie. Anforderungsprofile müssen sie erarbeiten, als wären sie ihr eigenes Personalbüro, zig Bewerbungsgespräche dürfen sie führen, Formulare ausfüllen, alles online und auf Papier mit Stempel. Für die Dienstpost. Warum für die Dienstpost? Weil eh wieder die Schulbehörde entscheidet, wer wohin kommt. Schulautonomie? Nur bei der Mehrarbeit. "BildungsdirektionssekretärInnen" sollten sie uns nennen, nicht SchuldirektorInnen.
„Note: Nicht genügend“
(Niki Glattauer)