Glattauer: Spuck-Affäre – Ausschlüsse fix?

Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in "Heute".
Glattauer gibt Noten: Die Kolumne jeden Montag in "Heute".Bild: Kein Anbieter/heute.at
Schuldirektor Glattauer gibt Noten. Heute: Spuck-Affäre: Ausschlüsse fix? Darum war Lehrer "unten durch"! Und: Hilfskräfte raus aus der Schule!



Dieser Tage entscheidet die Schulbehörde, ob den Anträgen der Disziplinarkonferenz der HTL-Ottakring stattgegeben wird. Ob also über sechs Schüler dafür die schulische Höchststrafe verhängt wird, dass sie einen "Lehrer" (ohne Lehramt) monatelang bis aufs sprichwörtliche Blut sekkiert hatten. Am Höhepunkt des "Klassenkampfs" spuckte der "Herr Professor" einem Schüler ins Gesicht, worauf dieser den Lehrer reflexartig gegen die Tafel stieß. So arg das alles ist: Statt ein multiples Systemversagen einzugestehen und an die Lösung zu schreiten – sechs Bauernopfer.

Note: Unbefriedigend


Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer ist seit 20 Jahren Lehrer in Wien, aktuell Direktor des "SZ-FIDS" in Meidling. Dazu hat er 13 Bücher geschrieben.
Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.

Alle seine Artikel finden Sie hier!



CommentCreated with Sketch.12 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Der "Falter" nennt in seiner aktuellen Print-Ausgabe erste Details zur "Spuck-Affäre" und hellt Hintergründe auf. So sei die Bildungsdirektion vom Direktor der HTL bereits im September über ausländerfeindliche Aussagen des Elektrotechnikers Clemens K. in Kenntnis gesetzt worden. Nachdem er dann noch eine beliebte Lehrerin "zusammengeschrien" habe, sei er in zwei Klassen "unten durch" gewesen …

Vielleicht muss die Geschichte "Terroristen-Schüler mit Migrationshintergrund (Islam war leider nicht dabei) machen unsere Schulen kaputt" doch neu geschrieben werden. Danke Falter!

Note: Sehr gut




"Anlässlich Ihres Austritts ersuchen wir Sie um verlässliche Rückgabe Ihrer Arbeitsmittel …" So endet jetzt im Mai das Schuljahr für 35 langzeitarbeitslose Menschen 50+, Männer und Frauen, die hochengagiert als Hilfskräfte in Wiener Schulen mit körperlich, geistig oder mental beeinträchtigten Schülern gearbeitet haben. Nachdem die Regierung die Aktion 20.000 gecancelt hatte, ist auch dem Fonds Soziales Wien nichts anderes eingefallen als die 35 Mitarbeiter beinhart zu kündigen. Fonds Soziales Wien? Beschämend!

Note: Sehr traurig


(Niki Glattauer)

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