Wegen der akuten Lawinengefahr in Folge der heftigen Schneefälle mit darauffolgender Wärmewelle ist es sogar mit Skiern derzeit recht gefährlich in den Bergen. Davon nicht beirren lassen wollten sich zwei deutsche E-Bike-Lenker (36 und 44 Jahre alt), die mitten im Winter im Tiroler Bezirk Reutte in die Höhe fuhren. Gegen 13.30 Uhr erreichten sie am Donnerstag in Wängle die in den Wintermonaten nicht bewirtschaftete Schneetal-Alm auf 1.650 Metern Seehöhe.
Dabei mussten sie zuvor bereits ab einer Höhe von rund 1.200 Metern die Schiebehilfe hinzuziehen, weil so viel Schnee lag. Selbst davon ließen sie sich aber nicht beirren. Auch den Rückweg setzten sie schiebend mitten durch den Schnee fort. Um 16.08 Uhr passierte dann, was passieren musste: Bei der Überquerung eines vereisten Baches rutschten sie aus und stürzten circa 30 Meter in die Tiefe.
Mit ihren E-Bikes fielen sie ins Bachbett, steckten fest und wählten den Notruf. Die Besatzung des Polizeihubschraubers konnte sie mittels Tau aus hüfthohem Schnee bergen und unverletzt ins Tal fliegen.
"Der Einsatz erinnerte mich an die Piefke-Sage", sagt "Libelle"-Pilot Hans Schlager kopfschüttelnd zur "Kronen Zeitung". "Das könnte der fünfte Teil sein. So etwas habe ich bisher noch nie erlebt."
Am Sportplatz im Ort wurde unterdessen das Flutlicht aktiviert, um eine Landung zu ermöglichen. Feuerwehr und Rettung waren ebenfalls im Einsatz. "Ich habe zu meinen Kollegen der Alpinpolizei am Boden gesagt, dass sie Fotos machen sollen. Denn sonst würde uns das keiner glauben", sagt der Pilot.
Für die Einsatzkosten kommt immerhin nicht der Steuerzahler auf, denn es dürfte grobe Fahrlässigkeit vorliegen. "Wir waren ab dem Start in Innsbruck knapp eine Stunde unterwegs, die Flugminute kostet 53 Euro - das sind dann mehr als 3.000 Euro", so Schlager zur "Krone". Hinzu kommen noch die Kosten der Bergrettung.