Niederösterreich

Gleicher Name! Stalker (81) erwischte falsches Opfer

Ein schlafloser 81-Jähriger entschied, dass sein verhasster Nachbar auch kein Auge mehr zu tun sollte, erwischte wegen Namensgleichheit den Falschen.
08.03.2021, 11:53

Einen echten Grant hatte ein 81-Jähriger aus Eggenburg (Horn) auf seinen Nachbarn. Immer wieder soll der rücksichtslose Nachbar laut Partys gefeiert und ihn dann, bei Kritik, sogar beschimpft und einmal zu Boden geworfen haben. Der Rentner fühlte sich schwer gedemütigt. 

Nächtlicher Telefonterror

War mal keine Lärmbelästigung, konnte der 81-Jährige vor Groll nicht schlafen, also sollte der verhasste Nachbar auch nicht mehr zur Ruhe kommen. Der Rentner suchte sich die vermeintliche Telefonnummer des Nachbarn und terrorisierte ihn mit nächtlichen Anrufen am Festnetz - Stalking "old school" also.

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Fangschaltung überführte Rentner

Nur: Wegen einer Namensgleichheit erwischte der Pensionist einen völlig Unbeteiligten (45). Der entnervte 45-Jährige wurde vom Handy des Rentners immer am Festnetz angerufen. Nach über einem halben Jahr wurde der 81-Jährige per Fangschaltung ausgeforscht.

Vor Gericht in Krems meinte der Senior: "„I hob mi so geärgert über den und gedocht, jetzt lass i den a ned schlofa. Was hätt i denn sonst machen sollen?“ Die Richterin konterte prompt: "Die Polizei rufen?" Mit einem resignierendem "De kommt jo ned" hielt der Angeklagte entgegen.

Reue und Geständnis

Der von Johannes Polt vertretene Angeklagte gab die Anrufe zu, bedauerte aber, den Falschen erwischt zu haben: „Ich wollte ja den Nochbarn ärgern und hob nur de foische Nummer erwischt.“ Der 81-Jährige entschuldigte sich beim Opfer und übergab noch beim Prozess die Kosten von 137 Euro für die Fangschaltung. 

Ein guter Verteidiger, ein reuiges Geständnis und letztlich Einsicht ließen schlussendlich eine Diversion zu: das Verfahren wegen beharrlicher Verfolgung gegen den bislang unbescholtenen 81-Jährigen wird mit einer Probezeit von zwei Jahren vorläufig eingestellt.

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