Gloggnitz - Mürzzuschlag für 3,1 Mrd. Euro

Jahrzehntelang wurde heftig hin und her diskutiert. Am Mittwoch war es endlich so weit: Im niederösterreichischen Gloggnitz wurde der Spatenstich für den Semmering-Basistunnel gesetzt.

Auf dem Pressefoto wollten sie alle sein und jeder bekam sein eigenes Schauferl: Verkehrsministerin Doris Bures (S), die niederösterreichischen und steirischen Landeschefs Pröll (V) und Franz Voves (S) sowie ÖBB-Vorstand Christian Kern, sowie EU-Vertreterin Desiree Oen lächelten gemeinsam in die Menge.

Gloggnitz - Mürzzuschlag für 3,1 Mrd. Euro

Der Eisenbahntunnel durch das Semmering-Bergmassiv wird die Bergstrecke zwischen Gloggnitz in Niederösterreich und Mürzzuschlag in der Steiermark - das Weltkulturerbe Ghega-Bahn - künftig entlasten. Im Gegensatz zur Bergstrecke können schwere Güterwagons künftig mit einer Lokomotive transportiert werden, nicht mehr wie bisher von bis zu drei.

Die Fahrzeit zwischen Wien und Graz wird sich um ca. 40 Minuten verkürzen. Reisende werden dann für die Strecke nur noch 1 Std. 50 Min. benötigen. Nach dem Endausbau der neuen Südbahn wird die Strecke Wien-Graz-Klagenfurt in rund 2 Std. 40 Min. zurückgelegt werden können. Heute benötigt man dafür noch 3 Std. 50 Min.

Baubeginn für den Eisenbahntunnel ist beim künftigen Nordportal in Gloggnitz. Der Bau der beiden Tunnelröhren soll von 2014 bis 2024 dauern. Kosten für das Mega-Projekt lt ÖBB: 3,1 Mrd. Euro.

Während die Beteiligten die Gelegenheit nützten, um sich selbst auf den Rücken zu klopfen, teilte die Opposition kräftig aus:

Schaden: mehrere hunderte Millionen Euro

Gerald Grosz (BZÖ): "Aus purer Eitelkeit und persönlicher Aversion hat Pröll dieses Projekt im Alleingang jahrelang blockiert. Der durch die Blockade entstandene volkwirtschaftliche Schaden ist de facto unabschätzbar, beträgt aber sicherlich mehrere hunderte Millionen Euro."

Schwarzer Tag für Umwelt und Verkehrspolitik

Gabriela Moser (Die Grünen): "Wenn heute trotz laufender Verfahren und Korruptions-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ein Spatenstich beim Semmering-Basistunnel (SBT) zelebriert wird, ist das auch aus anderen Gründen kein Jubeltag: Denn der unsägliche Kuhhandel zwischen Bundesministerin Bures und Landeskaiser Pröll brachte im Gegenzug zum Bahn-Ja von Erwin Pröll sinnlose Autobahn- und Schnellstraßenprojekte in Niederösterreich und ein Ja zum Donauausbau. Unterm Strich ist das ein schwarzer Tag für die Umwelt und für zukunftsgerechte Verkehrspolitik. Es ist ein Lehrbeispiel wie BürgerInnen zugunsten der Bau- und Bankenlobby ausgetrickst werden und ein Trauertag für die SteuerzahlerInnen."

APA/OTS/red.

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