Glücksspiel: Brutale Attacken auf Kontrollore

Die Kontrolle des Glücksspielgesetzes und des Spielerschutzes unterliegt der Finanzpolizei. Doch die Beamten geraten bei ihrer Tätigkeit zunehmend in Gefahr.
Im vergangenen Jahr kontrollierte die Finanzpolizei, angesiedelt im Bundesministerium für Finanzen, 1.491 Betriebe in Österreich und beschlagnahmten dabei 2.820 Geräte. Im Vergleich zu 2016 entspricht das einer Steigerung von 131 Prozent.

Allerdings geraten die Finanzpolizisten bei der Ausübung ihrer Tätigkeit zunehmend in gefährliche Situationen. Mit immer brutaleren Methoden versuchen Betreiber illegaler Glücksspiellokale Kontrollen zu unterbinden.

Türen unter Strom, Reizgas ausströmende Geräte

Die Betreiber illegaler Glücksspiel-Lokale setzen der Finanzpolizei vermehrt brutal Widerstand entgegen. Dazu gehören etwa das Unter-Strom-Ssetzen von Eingangstüren zu den Lokalen, das Einbetonieren von Automaten bis hin zur Platzierung von präparierten Geräten, die beim Öffnen Reizgas ausströmen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Im Vergleich dazu wirken die unbefugten Aufnahmen der Kontrollorgane durch Videokameras geradezu harmlos. Mit den Bilder versuchen Spiellokale die Beamten der Finanzpolizei leichter identifizierbar zu machen.

Verstärkte Zusammenarbeit mit Polizei

Als Folge der bedrohlichen Entwicklung wurde die Kooperation zwischen Finanzpolizei und Polizei generell verstärkt, heißt es aus dem Finanzministerium. Auch deshalb, weil viele Vergehen bereits in den Bereich der organisierten Kriminalität fallen.

Der Leiter der Finanzpolizei Wilfried Lehner gibt sich dennoch kämpferisch. "Der massive Widerstand der illegalen Glücksspiel-Betreiber wird uns nicht abhalten, unsere gemeinsame Arbeit entschlossen fortzusetzen", betont der Beamte.

Nebelgranate in Alsergrunder Spiellokal

Erst vergangener Woche gelang der Finanzpolizei in Wien ein Schlag gegen zwei illegale Lokale. Das erste lag in Meidling und war durch eine massive Spezialtür mit Magnetplatten gesichert. Weil Widerstand seitens des Inhabers nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden die Finanzpolizisten durch ein Team der Wiener Polizei begleitet. Erst mit Hilfe eines Schlossers konnten die Beamten das Lokal betreten.

Obwohl die Automaten ausgeschaltet waren, konnten die Kontrollorgane durch eine gefunden Fernbedienung und ein in einem Papierkorb entsorgtes Geldbündel illegales Glücksspiel nachweisen.

In einem Lokal im Alsergrund konnte sich die Finanzpolizei erst mithilfe der WEGA Zutritt verschaffen. Durch das rasche Eindringen hatten die Betreiber keine Zeit mehr, die illegalen Glücksspiele auszuschalten. Neben den Automaten wurden auch zahlreiche installierte Kameras und sogar eine Nebelgranate sichergestellt und entschärft.

(lok)

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