Wirtschaft

Glyphosat bedroht die Qualität unserer Weine

Unkrautvernichter wie Glyphosat bedrohen die Weinqualität. Das zeigen Freilandversuche an der Weinbauschule Klosterneuburg.

Heute Redaktion
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Alle Unkrautvernichter schaden dem Wein.
Alle Unkrautvernichter schaden dem Wein.
Bild: iStock

"Wir wollten mit unserer Studie klare Fakten für die Weinbaupraxis schaffen", erklärt Florian Faber, Studienleiter der Weinbauschule Klosterneuburg. Dafür wurden in einem schuleigenen Weingarten mit fünfjährigen Reben der Sorte Gewürztraminer Herbizide mit den Wirkstoffen Glyphosat, Glufosinat und Flazasulfuron ausgebracht.

Insgesamt 40 Unkrautvernichter sind laut einer Aussendung der Universität für Bodenkultur für den Weinbau in Österreich zugelassen, 22 davon mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat.

Rebe veränderte sich

"Wir fanden erstaunlich viele Veränderungen in der Weinrebe nach der Herbizidbehandlung", erläutert Johann Zaller, Studienautor von der BOKU Wien. Bestimmte Pilze, die für eine bessere Nährstoffversorgung, Rebengesundheit und Weinqualität sorgen, hatten sich durch den Einsatz der Herbizide um die Hälfte verringert.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass sich durch die Unkrautvernichter auch die Mikroorganismen im Boden veränderten und im Saftstrom der Reben selbst elf Monate nach Herbizidanwendung um 70 Prozent mehr Bakterien vorhanden waren. Außerdem änderte sich der Nährstoffgehalt in Wurzeln, Blättern und im Traubensaft, was die Weinqualität beeinträchtigen kann.

Alle Herbizide mit ähnlichen Nebenwirkungen

"Unsere Befunde waren auch insofern ernüchternd, als alle drei getesteten Herbizide ähnliche Nebenwirkungen zeigten. Das heißt auch, dass es wenig Sinn macht ein umstrittenes Mittel wie Glyphosat gegen ein anderes auszutauschen. Besser wäre der komplette Verzicht auf Herbizide im Weinbau", resümiert Zaller.

Für die Ökologie und Biodiversität, aber auch die Weinqualität wäre ein völliger Verzicht durchaus zuträglich, so die Studie. Aus Südtirol sei bekannt, dass der Verzicht auf Herbizide von den Weinbauern zwar zunächst heftig kritisiert wurde – letztendlich aber zu einer Steigerung der Weinqualität beigetragen habe.

(GP)