Google lässt Projekt mit Internet-Ballonen platzen

Mit dem Project Loon hat Google versucht, die Welt vom Himmel aus mit speziellen Ballonen zu vernetzen. Nun ist die Luft draußen, es wird eingestellt.

Helium-Ballone in der Stratosphäre hätten dank Project Loon auch die abgelegensten Gebiete dieser Welt mit dem Internet versorgen sollen. Das Projekt wurde von Google im Jahr 2013 angestoßen – vielfach belächelt und gelobt.

Jetzt hat Alphabet, die Mutterfirma von Google, das Ende von Project Loon angekündigt. "Wir haben keinen Weg gefunden, die Kosten so tief zu halten, um ein langfristiges, nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen", erklärt Alastair Westgarth, der CEO von Loon in einem Blogeintrag.

Netz mit Ballonen

Das Unterfangen war ambitioniert. Zahlreiche Heliumballone hätten einst in 20 Kilometern Höhe die Erde umkreisen sollen. An den Ballonen angehängt wären mit Sonnenenergie betriebene Relaisstationen gewesen, die selbstständig untereinander ein Netz gebildet hätten und die Empfänger am Boden schließlich per LTE mit dem Internet versorgt hätten.

Loon hatte mit zwei Herausforderungen zu kämpfen, schreibt das Magazin "Wired" – einer technologischen und einer geschäftlichen. Während es gelang, die Technologie zu entwickeln, wurde das Business-Umfeld in den letzten Jahren zunehmend schwieriger: "Im letzten Jahrzehnt wurde ein Großteil der unterversorgten Welt ans Internet angeschlossen - die Verfügbarkeit stieg von 75 auf rund 93 Prozent", schreibt "Wired".

Tests in Kenya

Kurz: Der Stamm an potenziellen Kunden wird zunehmend kleiner. Dass das Projekt also jemals einen Gewinn abwirft, wäre eher unwahrscheinlich gewesen. Dennoch hinterlässt das Projekt ein Vermächtnis. Es hat wohl noch nie jemand mehr Geld und Gehirnschmalz in Ballontechnologie investiert als Google, so "Wired". Dank dem Projekt sind zahlreiche wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht worden.

Außerdem ging aus Project Loon das Project Taara hervor. Das ist eine Art Glasfaser ohne Glasfaser. Dabei werden Daten mit Hochgeschwindigkeit via Lichtstrahlen übertragen. Das Lichtnetz wird derzeit in Kenya getestet.

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