Google Pixel 6 im Test – der Handy-Hit des Jahres

Hightech zum Hammerpreis: Das neue Google Pixel 6 steckt Konkurrenz-Flaggschiffe in die Tasche. Schade, dass das Handy in Österreich Mangelware ist.

Ab 649 Euro gibt es das neue Google Pixel 6 zu kaufen – nur nicht hierzulande. Während in vielen Nachbarländern das neue Android-Smartphone sowohl über den Google-Store, als auch in den Läden erhältlich ist, tut man sich in Österreich extrem schwer, auch nur irgendwie an eines der neuen Pixel zu kaufen. Nur einige (Online-)Anbieter führen das Pixel 6 und das noch stärkere Pixel 6 Pro im Sortiment – und verlangen dafür Wucherpreise, die rund 25 Prozent über dem offiziellen Preis liegen.

Schade, denn das Google Pixel 6 ist eines, wenn nicht das spannendsten Smartphone 2021. Mit einem vergleichsweise tiefen Preis sticht man die Flaggschiffmodelle der Konkurrenz, die das Doppelte bis Dreifache kosten, aus. Auch technisch müssen sich die neue Pixel-Handys nicht verstecken: Tolles Display, Hammer-Kamera, interessantes Design, starker Akku und jede Menge Rechenpower durch Googles hauseigenen Chip Tensor ergeben eines der besten Handys, dass wir je testen durfen.

Großes Kamera-Balken statt kleines Modul

Google hat seinen neuen Pixel-Smartphones einen ganz neuen Look verpasst. Das Kameramodul hebt sich aus der Rückseite hervor und zieht sich über die gesamte Breite des Geräts. Damit unterscheidet sich das Pixel 6 eindrucksvoll von den immer ähnlicher aussehenden Konkurrenz-Handys mit ihren Kameramodulen. Auch bei den Farben gibt es Mut zu Neuem: Neben Schwarz gibt es das Google Pixel 6 auch in einem blau-grünlichem und einem blassrosa-cremefarbenen Smartphone-Modell.

Großes Kamera-Balken statt kleines Modul: Das Pixel hat ein ganz neues Design.
Großes Kamera-Balken statt kleines Modul: Das Pixel hat ein ganz neues Design.Heute

Angetrieben wird das Pixel 6 vom neuen Tensor-Chip – Googles erstem eigenen Prozessor. Tensor schützt das Smartphone nicht nur, sondern bietet durch Maschinelles Lernen Funktionen wie den Bewegungsmodus, Scharfzeichner, verbesserte Sprachqualität und HDRnet für Videos. Außerdem gibt es einen hauseigenen Sicherheitschip namens Titan M2. Übrigens stehen dem Standard-Pixel zudem acht Gigabyte Arbeitsspeicher beim Werken zur Seite, beim Pro-Modell sind es bis zwölf.

Tolles Design mit zwei Farbtönen

Die Geräte laufen auf Android 12 und sie sind laut Google "schnell, intelligent, sicher und passen sich individuell den Nutzerbedürfnissen an". Ein riesiges Upgrade bekam die Kamera, sowohl auf Hardware-, als auch auf Software-Seite. Klingt am Papier alles super, doch wie schlägt sich das Gerät im Test? Es zeigen sich nur zwei kleine Mankos, die wohl für die meisten Nutzer keine Rolle spielen: Das Display ist nicht rekordverdächtig schnell und der Speicher ist nicht erweiterbar. 

Doch der Reihe nach. Beim Auspacken fällt sofort das Design des Geräts auf, das zwar klobig ausfällt, aber trotzdem gut gefällt. Der Kamera-Balken ist ein Hingucker, oberhalb und unterhalb des Balkens kommen auf der Rückseite des Smartphones zwei verschiedene Farben zum Einsatz. Beim schwarzen Testgerät wirkt der Bereich oberhalb des Balkens ein gräulicher Farbton zur Anwendung, unterhalb des Balkens wird die Farbe immer dunkler in Richtung schwarzer Farbe.

Hält sich gut und fühlt sich gut an

Das Handy hält sich gut in der Hand, da es auch bei der Dicke recht wuchtig ausfällt, der Kamerabalken ist noch einmal drei Millimeter weiter aus der Rückseite hervorgehoben. Damit liegt das Pixel 6 nicht flach am Tisch auf, dafür wackelt es aber auch nicht, da der Balken als Ablagestütze wirkt. Mit 207 Gramm ist das Gerät eher auf der schwereren Seite, trotz glatter Rückseite rutscht das Pixel 6 so nicht aus der Hand. Power- und Lautstärkebutton auf der rechten Seite sind gut erreichbar.

Hält sich gut und fühlt sich gut an: Das Pixel 6 ist ausgezeichnet verarbeitet.
Hält sich gut und fühlt sich gut an: Das Pixel 6 ist ausgezeichnet verarbeitet.Heute

Gewöhnungsbedürftig am Anfang: Der Power-Button liegt über der Lautstärkewippe, anders als bei so gut wie allen anderen Herstellern. Daran gewöhnt man sich jedoch schnell. Auf der Vorderseite verfügt das Pixel 6 über einen 6,4 Zoll großen Bildschirm (FHD+, 2.340 x 1.080 Pixel). Wer Superlative will, muss da zum Pro-Modell (6,7 Zoll, QHD+, 3.120 x 1.440 Pixel) greifen, denn nur dort gibt es die ultraschnelle Bildwiederholrate von 120 Hz. Das Pixel 6 zeigt aber: Das braucht es nicht!

Googles hauseigener Chip ist ein Gigant

Das große OLED-Display zeigt sich sehr scharf, kontrastreich und auch flüssig genug für alle modernen Mobile Games. Google liefert auch viele Komfortfunktionen mit: Das sehr helle Display regelt die Beleuchtung automatisch, hat einen eigenen Augenschonungs-, Dunkel- und Extradunkel-Modus und hält auch den Bildschirminhalt bei automatisch eingestellter Sperre entsperrt, wenn man gerade darauf blickt. Selbst direkte Sonneneinstrahlung ist kein Problem.

Entsprechend gibt es trotz des vermeintlichen Mankos in der Praxis nichts am Display, das stören würde, im Gegenteil, es kann in fast allen Bereichen mit dem weit über 1.000 Euro teuren Konkurrenten mithalten. So richtig trumpft im Betrieb dann der Google Tensor auf. Der Achtkern-Chip ist mit bis zu 2,8 GHz getaktet und auf der Höhe der mächtigsten Smartphone-Prozessoren überhaupt. Es ruckeln nicht mal leistungsintensivste Anwendungen, Apps öffnen ohne merkbare Verzögerung.

Wunderbar aufgeräumte Benutzeroberfläche

Für Android-Fans ist das Pixel 6 mit Android 12 natürlich ein Highlight. Das wunderbar aufgeräumte Betriebssystem weist auch einige Neuerungen auf: Die Menüs und Apps passen sich nun farblich dem gewählten Hintergrund an, die Schnellzugriffsleiste zeigt praktische Balken samt WLAN- und Bluetooth-Schriftzügen statt simpler Symbole und auf Wunsch kann jederzeit zwischen Tasten- und Gestennavigation gewechselt werden. Bloatware gibt es keine, ein riesiger Pluspunkt. 

Für Android-Fans ist das Pixel 6 mit Android 12 natürlich ein Highlight.
Für Android-Fans ist das Pixel 6 mit Android 12 natürlich ein Highlight.Heute

Die Kamera-Ausstattung verspricht nicht nur, mit den Highend-Modellen anderer Hersteller mithalten zu können, sondern tut dies auch beeindruckend. Die Hauptkamera knipst mit 50 Megapixel, die um 150 Prozent mehr Licht als der Vorgänger einfangen kann. Außerdem findet sich im Kamerabalken ein Ultraweitwinkelobjektiv (12 MP) mit größeren Sensoren. Was, keine drei oder vier Kameras? Braucht es nicht, die Bilder sehen fantastisch aus! Vorne knipst eine 8-MP-Selfie-Cam.

Fantastische Fotos selbst in tiefster Nacht

Das Google Pixel 6 liefert eine Kamera-Leistung ab, die selbst die meisten und teuersten Flaggschiffe anderer Hersteller in den Schatten stellt. Besonders beeindruckend ist das in der Nacht: Zwar ist ein leichter Gelbstich vorhanden, dennoch erscheinen Aufnahmen scharf, klar und mit sehr vielen Details. Mit schwierigen Lichtverhältnissen blüht das Pixel 6 erst so richtig auf. Tagsüber gibt es sowieso absolut atemberaubende Fotos. Die Kamera-App selbst ist zudem super übersichtlich.

Außerdem kommt auch hier der schlaue Tensor-Chip zum Einsatz: Die Kamera-App blendet Hinweise für bessere Aufnahmen ein, etwa, dass man bei Makro-Aufnahmen etwas mehr Abstand zum Objekt lassen sollte oder dass das Smartphone gerade statt schief für eine bessere Aufnahmen gehalten werden sollte. Die Grenzen der Kamera liegen bei etwas unscharfen Rändern in Ultraweitwinkelaufnahmen und einem pixeligen Maximalzoom. Insgesamt aber gibt es Foto-Profiqualität.

"Magische" Funktionen für Bilder verbaut

Fantastisch sind Funktionen, die Google zum Bearbeiten von Fotos abliefert. Eine davon ist der "Magic Eraser": Die KI erkennt störende Objekte oder Personen in einem Foto und kann diese auf Wunsch einfach entfernen, indem man auf gewünschte Bereiche tippt oder Objekte einkreist. Klappt wunderbar" Auch "Face Deblur" kann überzeugen: Verwaschene Aufnahmen vor allem von Gesichtern werden nachgeschärft. Der "Bewegungsmodus" wiederum erkennt sich bewegende Objekte, streicht sie scharf hervor und lässt den Hintergrund künstlerisch verschwimmen. Mehr Spaß machten Handy-Fotos nie!

Bei so viel Foto- und Videospaß ist ein ebenfalls kleines Manko der nicht erweiterbare Speicher von 128 GB, für viele Nutzer wird das aber durchaus verkraftbar sein. Keinen Schnitzer leistet sich das Pixel 6 wiederum beim Akku. Der ist 4.620 mAh stark und hält bei durchschnittlicher Nutzung eineinhalb Tage durch. Schneller bergab geht es, wenn man alle Features wie Always-On-Funktion, Displayhelligkeit und Co. voll aufdreht, dennoch ist das Gerät ein Akku-Marathonläufer. Schnellgeladen wird mit 30 Watt, im Lieferumfang ist aber nur ein USB-C-auf-USB-C-Kabel und ein USB-C-auf USB-A-Adapter enthalten.

Fazit: Das MUSS einfach nach Österreich kommen!

Kabellos kann das Google Pixel 6 mit 21 Watt geladen werden. Außerdem gibt es alle neuen Technologien und Funktionen wie 5G, Dual-SIM- und E-SIM-Unterstützung sowie Wifi 6 und einen Fingerabdrucksensor unter dem Display, der flott und präzise reagiert. Mit einem IP68-Schutz hält das neue Smartphone zudem Wasser und Staub stand und soll ganze fünf Jahre lang Sicherheitsaktualisierungen von Google erhalten. Beim Sound gibt es auch in hohen Lautstärken verzerrungsfreien Stereo-Klang dank auf der Ober- und der Unterseite des Geräts verbauten Lautsprechern. Mehr geht fast nicht.

Smart: Der Google Tensor ermöglicht KI-Hinweise beim Fotografieren.
Smart: Der Google Tensor ermöglicht KI-Hinweise beim Fotografieren.Heute

Nach dem "Heute"-Test ist klar: Das Google Pixel 6 ist DAS Smartphone des Jahres 2021. Nicht alles, etwa der nicht erweiterbare Speicher oder der nicht 120 Hz unterstützende Bildschirm, sind tatsächlich Highend, bei einem Preis von nur 649 Euro bringt das Google-Handy aber jedes Gerät, das im vierstelligen Euro-Bereich angesiedelt ist, in Erklärungsbedarf. Was uns außerdem sensationell gut gefällt: Sowohl außen mit dem Design, als auch innen mit den smarten Kamera- und Bildbearbeitungsfunktionen, setzt das Pixel 6 neue Maßstäbe. Deswegen: Das MUSS einfach nach Österreich kommen!

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