App-Pflicht umstritt

Google-Plan für Android stößt auf heftigen Widerstand

Google plant eine App-Registrierungspflicht auf Android-Geräten. Dies stößt in der Open-Source-Szene auf heftige Kritik.
Technik Heute
25.02.2026, 18:35
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Googles Vorhaben, App-Installationen auf zertifizierten Android-Geräten an eine zentrale Registrierung ihrer Entwickler zu koppeln, löst weiterhin heftige Kritik aus. In einem offenen Brief werfen Akteure und Unternehmen aus der Open-Source-Szene sowie aus der Zivilgesellschaft dem Konzern vor, das offene Ökosystem von Android zu gefährden. Sie fordern die Abkehr von der Registrierungspflicht. Unterzeichnet wurde der Brief unter anderem vom Chaos Computer Club, der Free Software Foundation, dem Mailanbieter Tuta, den Machern des Vivaldi-Browsers und der GitHub-Alternative Codeberg.

Sorgen um Monopol und Datenschutz

Wie heise.de berichtet, wird im Brief vor allem kritisiert, dass sich Google mit einer solchen Entwicklerüberprüfung zum Torwächter fremder Distributionskanäle aufwerfen würde. Wer seine Apps über eigene Websites, alternative App-Stores von Drittanbietern, Unternehmensvertriebssysteme oder Ähnliches verbreitet, müsse auch die Genehmigung von Google durch einen obligatorischen Verifizierungsprozess einholen. Das beinhaltet die Zustimmung zu den Geschäftsbedingungen, die Zahlung einer Gebühr und das Hochladen eines amtlichen Ausweises.

Die Autoren des Briefs kritisieren zudem, dass künstliche Zugangsbarrieren geschaffen würden, und befürchten Datenschutzrisiken durch eine zentrale Datenbank von Android-Entwicklern in der Hand des Konzerns. Außerdem könnte es zu Wettbewerbsverzerrungen kommen, wenn Google über eine solche Registrierung erfährt, wer welche Apps anbietet.

Zeitplan und technische Details

Google hatte im August bekannt gemacht, dass ab Herbst 2026 auf zertifizierten Android-Geräten nur noch Anwendungen installiert werden können, deren Entwickler sich zuvor bei Google registriert und die jeweilige Anwendung signiert haben. Bislang galt eine solche Registrierungspflicht nur für Entwickler, die Apps über Googles Play Store anbieten.

Nach Protesten schien der Konzern zu bremsen und betonte, man wolle Installationen aus alternativen App-Stores sowie das sogenannte Sideloading von Anwendungsdateien damit nicht untersagen. Es gehe vielmehr darum, einen neuen, fortschrittlichen Ablauf zu entwickeln, der erfahrenen Benutzern ermögliche, die Risiken der Installation nicht verifizierter Software zu akzeptieren. Das solle die Sicherheit von Android verbessern.

Wie genau Google dann Hürden bei der Installation unverifizierter Apps setzt, ist noch offen. F-Droid-Entwickler Marc Prud´hommeaux kritisierte, dass Google den fortschrittlichen Ablauf bislang nicht öffentlich gemacht habe. Auch das Versprechen, frühzeitiges Feedback zum Design dieser Funktion zu sammeln, habe Google nicht eingehalten.

Codeanalysen deuten darauf hin, dass der Prozess einen Warndialog enthalten könnte sowie eine aktive Komponente, für die eine Internetverbindung erforderlich ist. Ist keine vorhanden, bekommen Nutzer eine Warnung, dass der Entwicklerstatus nicht überprüft werden kann.

Bis Nutzer zertifizierter Android-Versionen in Europa diese neuen Installationshürden zu sehen bekommen, dürfte noch Zeit verstreichen. Ab September 2026 soll die Installation anonymer Apps zunächst in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand erschwert werden. Ab 2027 folgt dann schrittweise der Rest der Welt. Die Verifizierung für alle Entwickler soll bereits ab März 2026 zur Verfügung stehen.

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