Die Bibel - ein aktuelles Buch? Wenn es nach Regisseur Simon Solberg geht, finden sich jede Menge Bezüge zwischen dem Alten Testament und der Gegenwart. Das zeigte er mit seiner kraftvollen, stürmischen und dichten Inszenierung des "Moses"-Stoffes als Mash-up-Musical im Volkstheater München.
Die Bibel - ein aktuelles Buch? Wenn es nach Regisseur Simon Solberg geht, finden sich jede Menge Bezüge zwischen dem Alten Testament und der Gegenwart. Das zeigte er mit seiner kraftvollen und dichten Inszenierung des "Moses"-Stoffes als Mash-up-Musical im Volkstheater München.
"Mash up" meint Vermischung. Der Regisseur mischt das Theater mit Musical und Filmeinspielungen, die originale Textvorlage des Alten Testaments mit Interpretationen und flotten Sprüchen, wechselt zwischen Rap und Popmusik, tauscht die Wüste gegen eine Müllhalde und lässt Gott als kiffenden Rastaman erscheinen.
Die verfolgten Hebräer freuen sich auf ihrer Flucht, endlich einmal ans Meer zukommen: "Super, ich war noch nie am Meer! Aber ich kann nicht schwimmen - Herr, wir haben hier ein echtes Problem!" Die Inszenierung soll ein "poppiger Versuch sein, sich ethisch-politischen Grundfragen zu stellen", erklärt der Regisseur.
Die Geschichte des biblischen Moses, dargestellt von Johannes Schäfer, wird aber nicht aus den Augen verloren. Das Baby im Schilfkörbchen, die Erscheinung Gottes im brennenden Dornbusch, die sieben Plagen, die Wanderung durch die Wüste, die Verkündung der zehn Gebote, Brudermord und Götzendienst am Goldenen Kalb kommen im Stück vor.