Gott ist tot – Bewohner von Tanna suchen nun Nachfolger

Prinz Philip wurde auf der Südseeinsel Tanna als Gottheit verehrt. Nach seinem Tod ist dort die Trauer groß – doch seine Anhänger blicken nach vorne.

Die Anhänger eines Kults im Dorf Yaohnanen auf der Insel Tanna in Vanuatu im Südwestpazifik sind nach dem Tod von Prinz Philip in großer Trauer. Die Stammesangehörigen verehrten den Royal als Reinkarnation eines sagenumwobenen Kriegers – sie waren fest davon überzeugt, dass der Brite von ihrer Insel kommt und dass er ihnen eines Tages Wohlstand bringen und sie von Krankheit und Tod befreien würde.

Anthropologe Kirk Huffman sagte zur "The Daily Telegraph": "Ich gehe davon aus, dass es rituelles Klagen geben wird, einige besondere Tänze". Huffman lebte fast zwei Jahrzehnte in Vanuatu und erforschte Sitten und Gebräuche des Pazifikstaates.

Wie der Prinzenkult entstand

In Vanuatu sind Hexerei und Aberglaube noch allgegenwärtig. Einer Erzählung auf der Insel Tanna zufolge ist Prinz Philip ein Nachfahre eines Mannes aus dem heiligen Berg Tukosmera, an dessen Fuße das Dorf Yaohnanen liegt. Die Alten im Dorf prophezeiten, dass ihr hellhäutiger Sohn eine Königin heiraten und zu ihnen heimkehren würde.

Als dann der großgewachsene Prinzgemahl den Inselstaat Vanuatu im Jahr 1974 an der Seite von Queen Elizabeth II. besuchte, war die sogenannte Prinz-Philip-Bewegung entstanden. Der Brite, der für seinen Humor berüchtigt war, dürfte von dem Kult erfahren haben, denn Gerüchten zufolge soll er sich dafür mit einem signierten Foto als Geschenk bei den Dorfbewohnern bedankt haben.

Was nun nach seinem Tod passiert, ist noch unklar. Dem BBC-Radio sagte Anthropologe Kirk Huffman, er habe Nachricht erhalten, dass die Gemeinschaft bereits über eine Nachfolge für Philip berate. Das könne sich aber über einen langen Zeitraum hinziehen.

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