"6 von 10 Hunden sind aus dem Ausland"

Die Tierheime NÖs platzen aus allen Nähten. Für FPÖ-Landesrat Waldhäusl ist die Sache klar: Es gebe zu viele "Hunde mit Migrationshintergrund" in Österreich.
Der niederösterreichische Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) will gegen den illegalen Welpenschmuggel vorgehen und stößt auf herbe Kritik – aber nicht wegen der Thematik, sondern seiner speziellen Formulierung derselben.

Bereits während seines Besuchstags im Bezirk Melk am Freitag hatte Waldhäusl laut "NÖN" über "Hunde mit Migrationshintergrund" polemisiert. Für diesen Sager fuhr der Landespolitiker heftige Kritik ein – "heute.at" berichtete. Er rechtfertigte sich damit, nur die Worte der Verantwortlichen von Tierheimen in NÖ wiedergegeben zu haben – es handle sich um ein ernstes Thema.

Noch am Abend meldete sich der Freiheitliche dazu mit einem Sujet auf Facebook zurück: "6 von 10 Hunden im Tierheim sind aus dem Ausland", heißt es da vor einem Bild eines traurig dreinblickenden Welpen und eines Tortendiagramms zu Veranschaulichung (siehe Diashow).

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Rassimus gegen Tiere geht gar nicht"

Leider gebe es laut Tierschutzreferat und Tierheimbetreibern einen akuten Platzmangel, der durch ausländische Hunde entstanden sei, erklärt Waldhäusl und hält fest: "Die Tiere selbst können nichts dafür. Schuld sind kriminelle Welpenschmuggler".

"Macht sie das zu schlechteren Hunden?", fragt etwa Hans-Christoph S.. Eine andere Userin wettert: "Rassimus gegen Tiere geht gar nicht." Dabei werden die Kritiker durchaus auch kreativ: "Endlich sagt jemand auch mal was gegen die Gassilantenflut aus Rüden und Terrieristen! Die totale Überhundung mit integrationsunwilligen Bellos gehört gestoppt! Deutsch statt Wuff! Schluss mit dem großen Waustausch! Uns're Wurscht für uns're Leut'!", scherzt etwa ein Wiener.

Auch politisch wird scharf zurückgeschossen: "So ein Sager ist unangebracht, völlig lächerlich und schadet dem Ansehen Niederösterreichs", empört sich der Landtagsabgeordneter Günther Sidl (SPÖ) in einer Aussendung. "Die Freiheitlichen in der Bundesregierung beschließen im Sozial- und Gesundheitsbereich eine Kürzung nach der anderen und setzen auf den 12-Stunden-Arbeitstag. Wortspenden à la Waldhäusl sind der krampfhafte Versuch, von diesen Grauslichkeiten abzulenken", so Sidl abschließend.

Kontrollen sollen verstärkt werden

Waldhäusl selber betont in seinen Reaktionen vehement, dass die Tiere nichts dafür könnten. "Es gibt keinen guten oder schlechte Hunde, egal ob sie aus dem In- oder Ausland kommen", so der Landesrat in einer seiner Antworten. Im Kern gehe es darum den illegalen Welpenschmuggel einzudämmen. Er habe deshalb mit Innenminister Herbert Kickl (ebenfalls FPÖ) ausgemacht, dass die Kontrollen weiter verstärkt werden sollen.

(red)

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