Am Friedhof Klagenfurt-Annabichl erlebte ein Angehöriger kurz vor Allerheiligen eine böse Überraschung: Als er das Grab eines verstorbenen Ehepaares pflegen wollte, fand er statt der gewohnten Grabstätte nur eine grasbewachsene Fläche vor. Der Grabstein, die Bepflanzung und die Kerzenhalter – alles war verschwunden. Das Grab wurde offenbar aufgelassen.
Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung erklärte Stadträtin Sandra Wassermann: "Als wir von der Sache erfahren haben, haben wir intern überprüft, ob eine städtische Einrichtung, also die Friedhofsverwaltung oder das Stadtgartenamt, hier involviert gewesen sein könnte." Das sei jedoch nicht der Fall gewesen.
Nach derzeitigem Kenntnisstand gehe man davon aus, dass eine externe Firma versehentlich das falsche Grab entfernt habe. Die Betroffenen hätten sämtliche Gebühren beglichen und ihre Verpflichtungen erfüllt – das wurde nach Angaben der Stadt geprüft.
Die sterblichen Überreste der Verstorbenen, die 2005 und 2013 beigesetzt worden waren, seien laut ersten Erkenntnissen nicht entnommen worden, so Wassermann weiter. Sie empfiehlt den Angehörigen, Anzeige zu erstatten: "Wir sind sehr überrascht, dass so etwas passieren kann, aber es liegt nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt."
"Es ist einfach unfassbar. Zuerst haben wir geglaubt, wir hätten uns in der Reihe geirrt. Aber nein, wir waren richtig. Nur es war einfach nichts mehr da", schildert die betroffene Familie den Schock in der "Krone".
"Die Anzeige ist erstattet. Aber wir stellen uns die Frage, was wir tun sollen. Für meine Frau, deren Eltern dort bestattet sind, ist das ein harter Schlag", so der Ehemann der Eigentümerin des Grabes weiter.