Politik

Graf bezichtigt ORF-Mann des Amtsmissbrauchs

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:06

Wegen eines Kommentares von Thomas Sykora über seinen Kommentatorenkollegen Ernst Hausleitner wittert Martin Graf Korruption. Allerdings sind die Anschuldigungen des FPÖ-Politikers offenbar frei erfunden.

Graf beschuldigte Hausleitner öffentlich auf seiner Homepage . Und wie der ORF-Mann bekanntgab, wurde er nicht einmal zu dem Vorfall befragt. Anlass für den Artikel war ein Kommentar von Thomas Sykora während des Slaloms in Zagreb. Dort scherzte der Ex-Skirennfahrer über Hausleitners Erlebnis mit der kroatischen Polizei.

Diese habe Hausleitner angehalten, weil er mit seinem Pkw bei Rot über die Kreuzung gefahren war. Der ORF-Mann durfte aber ohne Strafe weiterfahren, nachdem er mit der ehemaligen kroatischen Skirennläuferin Nika Fleiss telefoniert hatte.

Graf nahm diese Anekdote zum Anlass, den Kommentator öffentlich der Korruption zu beschuldigen. Wie sich nun herausstellte, dürfte Graf, der sich gerne selbst als Opfer böser Anschuldigungen darstellt, seine Berichte nicht mit journalistischer Sorgfalt schreiben.

ORF-Mann wehrt sich

Hausleitner brachte Licht ins Dunkel, wie sich der Vorfall tatsächlich abgespielt hat: "Bei den Weltcup-Rennen in Zagreb sind sämtliche Sportler, Trainer, Serviceleute, Funktionäre und auch Journalisten in ein und demselben Hotel im Zentrum Zagrebs untergebracht. Um die recht komplizierte Fahrt zur Rennpiste einfacher zu gestalten, wird jedes Jahr vom Veranstalter ein Convoy organisiert."

"Unter Führung der Polizei fahren alle, die mit dem Skiweltcup zu tun haben, zum Sjeme, auf dem die Skirennen ausgetragen werden. Dabei sind die Straßen für den Convoy gesperrt, die Gültigkeit der Ampelsignale ist ebenso außer Kraft gesetzt wie an bei manchen Straßen die Einbahnregelung. Um sich dem Convoy anzuschließen, bedarf es einer Plakette, die im Auto anzubringen ist."

Plakette im Hotel vergessen

"Diese habe ich im Hotel vergessen und worauf ich kurzfristig aus dem Convoy herausgepickt wurde. Um meine Funktion als Kommentator des Rennens gegenüber den Beamten zu bestätigen, habe ich besagte Ex-Rennläuferin angerufen. Die Dame ist im Organisationskomitee der Rennen tätig, ihr Vater ist Pistenchef. Selbstverständlich konnte durch den Anruf meine Funktion und damit meine Berechtigung, im Convoy mitzufahren bestätigt werden und ich die Anreise zu meiner Arbeit fortsetzen."

Hausleitner ist über die Anschuldigungen des FPÖ-Politikers sehr erbost: "Ich empfinde es als sehr bedenklich, die Wortspende Thomas Sykoras unrecherchiert, ohne Überprüfung auf Wahrheit oder Vollständigkeit wiederzugeben und mich damit anzupatzen. Es wäre ein kein Aufwand gewesen, mich zu kontaktieren, und den Vorfall so zu hören, wie er tatsächlich stattgefunden hat."

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