Die Liste an Vorwürfen gegen den Blaublüter war dick wie sein Ahnenbuch. Selbst fünf Vornamen und ein echter Adelstitel bewahrten den 48-Jährigen aber nicht davor, am 12. Jänner in der Wiener City spektakulär als Betrüger aufzufliegen: Weil er auf seinem nicht bezahlten Maserati Levante auch noch gestohlene Kennzeichen montiert hatte, wollten ihn Beamte vor dem Ritz-Carlton kontrollieren.
Da stieg der aus Dresden (D) stammende Graf aufs Gas und schob den Polizisten auf der Motorhaube 15 Meter mit. "Ich hatte zwei kleine Flaschen Wein getrunken und wollte mich davonschleichen, kam aber mit den Pedalen durcheinander", meinte der wegen Betrugs, Widerstand gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung Angeklagte, der mit vorgehaltener Waffe festgenommen wurde, am Wiener Landl.
Dort wurde ihm vorgeworfen, vom kreditfinanzierten Maserati um 60.000 Euro, 39 Handyverträgen um 85.739 Euro, sowie zahlreichen Tankrechnungen und einer Zeche in einem Heurigen im Osten Österreichs keinen Cent bezahlt zu haben.
In Weiden am See (Bgld.) hatte der in Deutschland bereits zehnfach Vorbestrafte im November betrunken eine Passantin schwer verletzt, als er mit 1,78 Promille ohne Führerschein den Wagen "umparkte" und "ein Holzschild tangierte". Das Schild krachte der Frau in den Rücken, brach ihr Rippen und sechs Wirbel – "im schlimmsten Fall ist sie tot", meinte die Richterin betroffen. Das rechtskräftige Urteil: 3 Jahre Haft und zwei Monate Haft.