Millionenschaden durch besprayte U-Bahn-Züge

Vienna Subway Graffiti (Symbolfoto)
Vienna Subway Graffiti (Symbolfoto)Bild: YouTube, Screenshot, Screenshot Youtube

Sprayer verursachen jährlich Schäden in Millionenhöhe, so die Wiener Linien. Eine Null-Toleranz-Politik soll Abhilfe schaffen: Wer erwischt wird, kann vor Gericht landen.

Kunst? Für die Wiener Linien gibt es kein Sprayer-Bildnis, das schön genug sein kann, um nicht als teurer Sachschaden durchzugehen. Die Graffitis würden sich "negativ auf das subjektive Sicherheitsgefühl auswirken", sagt Pressesprecher Daniel Amann im Interview mit wien.orf.at. 300 bis 400 Vorfälle jährlich –bilanzieren die Wiener Linien.

Damit jenes Sicherheitsgefühl und der Wohlfühlfaktor bei Fahrgästen nicht verloren geht, verfolgen die Wiener Linien eine "Null-Toleranz-Politik". Wird ein Graffiti gemeldet, kommt die Garnitur sofort zur Wäsche in die Werkstatt. Die Sprayer selbst, sofern sie auf frischer Tat ertappt werden, laufen Gefahr, vor Gericht zu landen.

Präventivmaßnahmen gegen Sprayer

Um die Zahl der Fälle zu minimieren, wurde deshalb viel Geld in Objektschutz investiert: Mehr Zäune in den Bahnhofsanlagen, Übertrittsschutz, Videoüberwachung und regelmäßige Schwerpunktkontrollen.

Betont wird, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Polizei ist, denn einige Sprayer wären international agierende Profis, die sich auf ihren "Sprayer-Anschlag" akribisch vorbereiten und die Fluchtmöglichkeiten studieren, falls sie erwischt werden.

"Schadenshöhe wird weniger, ist aber immer noch viel zu hoch"

Doch nicht nur hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen hat man aufgerüstet: Die Wiener Linien haben eine eigene Präventionsabteilung ins Leben gerufen, die in Schulen Vorträge über rechtliche Folgen von Graffiti-Vandalismus informieren. „Damit beginnen wir bereits in der 4.Klasse Volkschule", so Amann.

Die Maßnahmen zeigen Wirkung – die Schadenshöhe geht kontinuierlich zurück. 2013 waren es noch 3,3 Millionen Euro, im Vorjahr waren es "nur" 1,9 Millionen. Der Pressesprecher der Linien nimmt diesen Rückgang erfreut zur Kenntnis, betont aber, dass es "immer noch sehr viel Geld" ist.

Züge müssen außer Dienst gestellt werden

Der Schaden entsteht dadurch, dass der Lack nur mit spezieller Chemie wieder abgetragen werden kann. Die Arbeiten nehmen zwei bis drei Tage in Anspruch, so lange kann die Garnitur nicht zum Einsatz gebracht werden.

(bai)

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