Laut ukrainischen Pathologen wurde in Butscha sogenannte Fléchette-Munition eingesetzt: Dies berichtet der "Guardian", der mit den Spezialisten sprach. "Wir haben verschiedene sehr dünne, nagelähnliche Objekte in den Körpern gefunden", so der Forensiker Wladislaw Pirowski gegenüber der Zeitung.
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Auch Kollegen von ihm hätten ähnliche Funde gemacht. "Die Objekte sind in einem Körper schwer zu finden, weil sie zu dünn sind." Die meisten dieser Opfer seien in der Region Butscha/Irpin gefunden worden. Betroffen seien vor allem die Kopf- und Brustpartien der Getöteten gewesen.
Unabhängige Spezialisten hätten anhand von Fotografien bestätigt, dass es sich bei den kleinen Pfeilen um sogenannte Fléchettes (zu deutsch: Pfeilchen) handle, eine Antipersonen-Waffe, die mit Artilleriegranaten verschossen werde.
Ein einzelnes Geschoss könne bis zu 8.000 der drei bis vier Zentimeter langen Fléchettes enthalten und in einem trichterförmigen Areal von 100 bis 300 Metern verteilen. Beim Aufschlag auf einen Körper verforme sich der Stiel oft zu einem Haken, während die Flügel abbrechen und eine zweite Wunde verursachen.
Nach dem Völkerrecht sind die Pfeile nicht per se verboten, trotz der Verletzungen, die die "Munition" anrichten kann. Trotzdem versuchen Menschenrechtsorganisationen schon seit einiger Zeit, dem Einsatz von Fléchettes Einhalt zu gebieten. Laut dem "Spiegel" wirft Amnesty International Israel vor, die Munition während der Operation "Cast Lead" im Gazastreifen im Winter 2008/2009 eingesetzt zu haben.