Das Finanzamt fordert 5,4 Mio. Steuernachzahlung von Karl-Heinz Grasser. Dieser geht in die Offensive, legt seinen Steuerakt offen. Darin geht es auch um sündteure Taschen und einen Porsche.
Dieser geht in die Offensive, legt seinen Steuerakt offen. Darin geht es auch um sündteure Taschen und einen Porsche.
Das Dokument umfasst 31 Seiten, gibt Einblick in die Finanzkonstruktionen des ehemaligen Ministers. Die Stadtzeitung "Falter" veröffentlichte das komplette Dokument (eine Außenprüfung für die Jahre 2003 bis 2010 samt Berufung) jetzt im Internet. Grasser habe "nichts zu verbergen", so Anwalt Manfred Ainedter. Den Vorwurf der Steuerhinterziehung bestreitet Grasser.
Das Papier enthält brisante Details. Etwa zu jenem Porsche 911-C4-Cabrio, das Grasser in seiner Ministerzeit kostengünstig geleast hat. Neben einem Brief, in dem sich der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking für "Ratschläge" bedankt, zeigt das Schreiben: Grasser bezahlte für den Wagen im Monat nur 581 Euro, laut Finanz hätten es am freien Markt aber 1.800 Euro sein müssen.
Die Finanz fordert die Versteuerung eines "Vorteils aus dem Dienstverhältnis". Höhe der Nachforderung: 23.496 Euro. Interessiert hat sich die Finanz auch für zwei Taschen. Eine Hermès-Tasche für 3.850 und eine andere um 5.650 . Die Finanz kritisiert, dass "weder ein Nachweis für die berufliche Nutzung erbracht" wurde, "noch wurde ein Nachweis erbracht, dass es sich überhaupt um eine Aktentasche handelt."