Rund 86 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt - oft ohne professionelle Hilfe. Die Hauptlast tragen dabei pflegende Angehörige und Eltern. Sie haben ein deutlich höheres Risiko, an Depressionen zu erkranken oder sich zu überlasten.
Genau hier setzt die neue App in.kontakt an. Sie wurde vom deutschen Bundesverband wir pflegen entwickelt und bietet eine digitale Selbsthilfeplattform mit Chatkanälen und einer Wissensrubrik.
Wie heise.de berichtet, können sich Nutzer einen Spitznamen geben. Anders als bei WhatsApp sieht niemand die Handynummer oder den echten Namen. So kann man ganz frei über Herausforderungen sprechen, ohne dass Daten auf die eigene Person zurückzuführen sind.
Die App ermöglicht es, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit von zu Hause aus zu vernetzen. Es gibt lokale Kanäle für bestimmte Bundesländer oder spezielle Gruppen - etwa für pflegende Partner. In den Chaträumen wird Erfahrungswissen geteilt und Peer-to-Peer-Support gelebt.
Die Nutzerzahlen sprechen für sich: Bisher wurde die App über 5.700 Mal heruntergeladen, mehr als 1.300 Profile wurden angelegt. Wie bei vielen sozialen Netzwerken schreibt nur ein kleinerer Prozentsatz wirklich aktiv mit.
Das Projekt wird vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Die Macher legen großen Wert darauf, dass das Angebot komplett kostenlos und werbefrei bleibt - denn Pflege bringt ohnehin schon genug Aufwand und finanzielle Belastungen mit sich.